28. Oktober 2008 16:42

Ölpreisbindung 

Gas könnte ab Jänner wieder billiger werden

Die Diskussion um die kürzlich teils massiv erhöhten Gaspreise bzw. deren Ankündigung geht weiter.

Gas könnte ab Jänner wieder billiger werden

Der Fachverband Gas Wärme (FGW) hat jetzt versprochen, sinkende Importpreise "natürlich" an die Verbraucher weiterzugeben - "falls die Ölpreise mittelfristig auf niedrigem Niveau stabil bleiben". Und: Die Kunden würden von der Bindung an den Ölpreis profitieren.

Preis wird nicht gleich weitergegeben
Dass sich der steile Abfall des Ölpreises nicht sofort in den Bezugspreisen für Gas auswirkt, liege daran, dass die internationalen Gaspreise sich am drei- bis sechsmonatigen Durchschnitt der Erdölpreise orientieren. Die Höchstpreisphase des Sommers werde sich also in den Importgaspreisen zumindest bis Jahresende niederschlagen. "Die hohen Einstandspreise betreffen die Unternehmen schon seit Monaten. Eine Erhöhung erfolgte zum spätest möglichen Zeitpunkt", rechtfertigt FGW-Geschäftsführer Michael Mock. Betriebswirtschaftlich wäre es gerechtfertigt gewesen, die Preise schon früher anzuheben.

Ölpreisbindung
Die Ölpreisbindung sei für europäische Konsumenten positiv, weil dadurch die Schwankungen bei den Importpreisen von Erdgas geglättet und kurzfristige Teuerungen abgefangen würden. Das ständige Auf und Ab, das bei Strom und Öl üblich sei, werde "durch die komplexen Preisbildungsmechanismen gemildert". Dadurch reduziere sich der Anteil rein spekulativer Positionen.

E-Control fordert Gaspreis-Senkung
Am Freitag hatte die Regulierungsbehörde E-Control gefordert, dass der Energieanteil am Gas bis Jänner 2009 um mindestens 20 Prozent billiger werden sollte. Die Importpreis für Gas würden ab November wieder sinken.

Die drastischen Gaspreiserhöhungen zu Beginn der Heizsaison in Kombination mit der Teuerung und der wirtschaftlichen Lage - Stichwort Finanzkrise - machen nicht nur Endkunden zu schaffen. Wegen der hohen Gas-Einstandspreise macht die EVN momentan 350.000 Euro Verlust am Tag, sagte EVN-Chef Burkhard Hofer.

Ab 1. November Anstieg um 28%
Hofer verteidigte erneut die Gaspreiserhöhung ab 1. November um 28 Prozent. Die EVN gebe nur die gestiegenen Einstandspreise weiter und verschaffe sich damit für das laufenden Geschäftsjahr im Gasbereich trotzdem keine Gewinne. Beim Energievertrieb schaue heuer bestenfalls eine schwarze Null heraus.

Hoffnung für 2009
Durch die Ölpreisbindung mit einer Verzögerung von sechs Monaten bekomme man nun das Rekord-Hoch vom Sommer zu spüren. Wenn der Ölpreis bei etwa 70 Dollar pro Barrel bleibt, werden auch die Gaspreise in den ersten Monaten 2009 wieder gesenkt, bekräftigte Hofer. Auch nach der Anhebung gehöre die EVN zu den günstigsten Anbietern. Wie die E-Control verzeichnet auch die EVN ein erhöhtes Anrufaufkommen von Kunden




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