17. Juli 2009 11:06

Firma gegründet 

Grasser verkauft jetzt Immobilien

Der ehemalige Finanzminister hat eine neue Immobilienfirma mitgegründet und hält daran ein Drittel.

Grasser verkauft jetzt Immobilien
© Johannes Kernmayer/TZ ÖSTERREICH

Der Ex-ÖVP-Finanzminister und Ex-Chairman der einstigen Meinl International Power, Karl-Heinz Grasser, ist wieder im Geschäft: Er hat die Wiener Immobilienfirma GPSI GmbH mitbegründet. Dort hält der einstige Drittel-Eigentümer der MIP ein Drittel der Anteile. Die übrigen halten die Familie Plech sowie Jürgen Schnabl. Ziel sind "konservative und sichere Immobilieninvestments", so Grasser.

Sicherheit in der Krise
Demnach soll zum Kerngeschäft von GPSI mit Sitz nahe dem Stephansplatz die Althaussanierung, Vorsorgewohnungen und klassische Immobilieninvestments im Bereich Wohn- und Gewerbeimmobilien gehören. "Gerade in Zeiten der Finanzkrise haben konservative und sichere Immobilien-Direktinvestments die höchste Attraktivität für Anleger und Investoren", ist Grasser überzeugt.

Als Geschäftsführer des neuen Unternehmens fungieren die Immobilienexperten Ernst Karl Plech und Jürgen Schnabl. Mit dem Netzwerk und den Erfahrungen von Grasser als ehemaligem Finanzminister sei somit die ideale Kombination gegeben.

Plech war bei BIG und Immofinanz
Dabei kennen sich Grasser und Plech schon seit langem. Plech ist seit Jahrzehnten im Immobiliensektor tätig und war unter anderem Aufsichtsrat bei der Bundesimmobiliengesellschaft und Makler der Immofinanz. Seine Bestellung zum Aufsichtsratschef der gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft für Bundesbedienstete (Buwog) im Jahr 2000 war von SPÖ und Grünen als "Freunderlwirtschaft" der FPÖ kritisiert worden.

Bundeswohnungen zu billig verkauft
Kritik kam auch am 2004 erfolgten Verkauf von fünf Bundeswohngesellschaften an ein Konsortium aus Immofinanz und Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, das damals 861 Mio. Euro zahlte. In diesem Zusammenhang warf die Opposition Grasser vor, Plech in die Vergabekommission berufen zu haben. Der Rechnungshof beschied 2007, dass die damalige Regierung es nicht geschafft habe, mehr zu erlösen als die Wohnungen nach ohnedies sehr konservativen Schätzungen wert gewesen seien.

Schnabl war unter anderem bei der Wertinvest AG und Dr. Jelitzka & Partner tätig. Er hält bereits eine Reihe an Unternehmensbeteiligungen im Immobilienbereich.




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