25. Juni 2009 16:43

Finanzkrise 

Gusenbauer für "kontrollierte Inflation"

Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer plädiert für eine kontrollierte Geldentwertung von fünf Prozent zum Abbau der Schulden aus den Hilfspaketen. So solle eine dramatischere Inflation vermieden werden.

Gusenbauer für "kontrollierte Inflation"
© APA

Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer plädiert als Folge der Milliarden-Hilfspakete für Banken und Wirtschaft für eine "kontrollierte Inflation ab 2013 in der Höhe von 5 Prozent". Anders sei eine noch ärgere Geldentwertung nicht zu vermeiden, denn "das Geld muss zurückgezahlt werden", sagte Gusenbauer am Donnerstag beim AK-Niederösterreich Dialogforum in Hirschwang. Dies sei eine Folge der Milliarden-Hilfspakete für die Banken und die Wirtschaft.

Siemens-Generaldirektorin Brigitte Ederer nahm zum laufenden Konflikt um den Abbau von Arbeitsplätzen bei Siemens Stellung. Der Konzern will 632 Mitarbeiter der Softwaresparte SIS kündigen. "Die Betroffenheit ist riesengroß, denn es trifft eine Berufsgruppe von hoch qualifizierten Ingenieuren und Software-Entwicklern, die niemals daran gedacht haben, dass die Krise auch sie betreffen könnte", so Ederer. In diesen Umbruchzeiten könnten auch gut ausgebildete Fachkräfte keine jahrzehntelange Arbeitsgarantie im selben Unternehmen haben. Software-Entwickler für die Telefonie waren vor 10 Jahren eine gesuchte Berufsgruppe, "heute ist das nicht mehr so".

Ederer: "Know-how behalten"
Die Siemens-Chefin wies auch auf die Bemühungen vieler Industrieunternehmen hin, "Know-how im Betrieb zu behalten - viele Betriebe sind mit Zeitausgleich, Urlauben und Weiterbildungen in einer Art Winterschlaf, in der Hoffnung, dass die Aufträge wieder hereinkommen".

AKNÖ-Direktor Helmut Guth fordert eine Weiterentwicklung der Interessenvertretungen, um auf die neue, vielschichtige Arbeitswelt zu reagieren. Die Arbeitswelt zerfalle in immer unübersichtlichere Arbeitsformen. "Noch mehr Ungleichheit hält die Demokratie nicht aus", meinte Gusenbauer.




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