29. Dezember 2008 21:53

Neue Geschäftsidee 

Häuserverlosungen boomen

Seit dem Riesen-Ansturm auf die Internet-Verlosung einer Klagenfurter Villa wollen immer mehr Österreicher ihr Haus auf diese Weise verkaufen.

Häuserverlosungen boomen
© Privat

Alles deutet darauf hin, dass sich 2009 ein neues Geschäftsmodell beim Hausverkauf durchsetzt: die Verlosung der Objekte. Den Anfang machte Familie Daniel mit ihrer Klagenfurter Villa: Ein halbes Jahr lang hatte sie vergeblich versucht, das Anwesen (Schätzwert: 430.000 Euro) zu verkaufen – Anfang Dezember starteten die Daniels schließlich eine Internet-Verlosung. Die Lose zu je 99 Euro gingen weg wie die warmen Semmeln.

Modell macht Schule
Diese neue Form des Hausverkaufs findet bereits etliche Nachahmer. So verlost Jürgen Tatscher (39) sein Haus am Semmering mit Blick auf den Zauberberg. „Das Kärntner Beispiel hat mich begeistert, eine tolle Idee“, so Tatscher, der nach Mallorca übersiedelt und sich nicht mit einem leerstehenden Haus in Österreich belasten will. Ab 1. Jänner können unter www.hausverlosung-semmering.at Lose zu je 99 Euro erworben werden. Maximal 10.999 Lose werden für das Semmering-Haus, das rund 700.000 Euro wert ist, verkauft.

Auch in der Steiermark werden bereits Häuser verlost: Familie Mandl will ihr Zwei-Millionen-Anwesen in Laßnitzhöhe auf diese Weise an den Mann bringen. Unter www.99eurohaus.at gibt’s maximal 24.444 Lose zu je 99 Euro. Auch ein Landhaus in St. Georgen in der Südsteiermark steht zur Verlosung (www.landhausverlosung.at, 8.888 Lose à je 65 Euro). Der Losverkauf würde 577.720 Euro bringen – ein Drittel mehr als der Schätzwert des Hauses. 12 Prozent der Einnahmen müssen aber ans Finanzamt abgeführt werden.

Verlosung am 20. Jänner
Für den „Erstling“, die Villa in Kärnten, haben rund 14.000 Interessenten 99 Euro für ein Los eingezahlt. Hier ist die Anmeldefrist zu Ende, verlost wird das Haus unter den ersten 9.999 am 20. Jänner. „In den ersten Jännertagen werden jene, die an der Verlosung teilnehmen, per E-Mail verständigt“, so Notar Stefan Lindner zu ÖSTERREICH. Die anderen erhalten ihr Geld zurück aufs Konto.




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