19. Mai 2009 14:52

Bank Austria-Chef 

Hampel wollte schon letztes Jahr gehen

Für Hampel ist die Bank Austria "bestens aufgestellt", der neue starke Mann Cernko wird als "idealer Nachfolger" gelobt.

Hampel wollte schon letztes Jahr gehen
© APA/Robert Jaeger

Am Dienstag wurde alles offiziell gemacht: Willibald Cernko (53) folgt Erich Hampel (58) als Vorstandsvorsitzender der Wiener UniCredit Bank Austria AG. Cernko ist per 1. Oktober als neuer Chef der österreichischen UniCredit-Tochter bereits designiert.

Rochade noch nicht vollzogen
Hampel lege "auf eigenen Wunsch" den Vorstandsvorsitz der größten österreichischen Bank mit 30. September 2009 zurück, teilte die Bank in einer Aussendung mit. Er wechsle in den Aufsichtsrat der Bank Austria. Die Rochade steht noch unter Vorbehalten eines Aufsichtsratsbeschlusses (29. Juli) und der FMA-Zustimmung.

Entscheidung hinausgeschoben
Hampel erklärte in der heutigen Mitteilung, er habe sich bereits im Vorjahr aus persönlichen Gründen zu diesem Schritt entschlossen, seine Entscheidung aber dann angesichts der sich nochmals verschärfenden Finanzkrise hinausgeschoben. "Schließlich wollte ich mein Team nicht zur Unzeit im Stich lassen".

Richtiger Zeitpunkt
Mittlerweile aber gebe es erste Anzeichen in Richtung Besserung, und die Bank Austria habe selbst am Höhepunkt der Krise ihren Erfolgskurs beibehalten. Hampel sieht die Bank "bestens aufgestellt", um auch die künftigen Herausforderungen erfolgreich zu meistern. Daher, so Hampel, sei jetzt der logisch richtige Zeitpunkt gekommen, das gut bestellte Haus an das neue Team zu übergeben.

Würdigung
UniCredit-Chef und Bank Austria-Aufsichtsratschef Alessandro Profumo schickte eine Würdigung: "Ich danke Erich Hampel für seinen langjährigen, unermüdlichen Einsatz. Er hat mit seiner Arbeit maßgeblich zum Zusammenwachsen unserer internationalen Bankengruppe sowie zum Ausbau unserer Marktstellung in Zentral- und Osteuropa beigetragen und damit einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg unserer Gruppe geleistet." Dass Hampel in mehreren Aufsichtsratspositionen verbleibe, freue ihn.

"Idealer Nachfolger"
Hampels Nachfolger an der Bankspitze in Wien streute Profumo schon Rosen: Mit Cernko übernehme "ein sehr erfahrener und erfolgreicher Manager das Steuer". Cernko kenne sowohl "unsere Gruppe als auch unsere Märkte" aus seinen verschiedenen Führungsfunktionen bestens. Er ist für Profumo der "ideale Nachfolger" für Hampel.

Probleme mit Mailand
In der Finanzbranche hält sich dessen ungeachtet das Gerücht, dass es zwischen Wien und Mailand zuletzt gehäufte Unstimmigkeiten über die Ausrichtung der Bank Austria gegeben hat, die den vorzeitigen Abschied von Hampel aus der operativen Führung beschleunigt haben sollen. Hampels Vorstandsvertrag in der Bank Austria endet erst im April 2010.




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