28. Juli 2008 20:40

Dank Bernhard Kohl 

Handel hofft auf Rad-Boom

Ein rotgepunktetes Trikot sorgt für schwarze Zahlen. Die Sportartikelhändler hoffen, dass Bernhard Kohl den Fahrrad-Absatz pusht.

Handel hofft auf Rad-Boom
© AP

Mit seinem Husarenritt bei der heurigen Tour de France begeisterte der österreichische Radprofi Bernhard Kohl nicht nur zahllose Sportfans in ganz Österreich. Der Drittplatzierte der Tour sorgt jetzt auch bei den heimischen Sportartikelhändlern für Euphorie.

Wie einst Thomas Muster
„Kohl hat eine irrsinnige Vorbildwirkung. Er könnte einen Boom beim Radfahren auslösen, wie ihn Thomas Muster in den 80er-Jahren beim Tennis geschafft hat“, hofft Fritz Aichinger, Wiener Handelsobmann und selbst Sportartikelhändler. Eine Einschätzung, die Al­fred Eichblatt, Boss der Sportartikel-Kette Hervis teilt: „Für das Fahrradgeschäft war Kohls Auftritt bei der Tour de France der beste Impuls, den man sich nur vorstellen kann.“ Einen Impuls, den die Branche laut Aichinger dringend benötigen kann: „Wegen des schlechten Wetters haben wir im Frühjahr weniger Räder verkauft als sonst. Aber wir versuchen das Minus gerade mit einem guten Sommergeschäft wettzumachen.“ Jetzt hoffen die Händler darauf, dass sich vor allem Jugendliche in ganz Österreich künftig aufs nagelneue Rennrad schwingen und Bernhard Kohl nacheifern.

430.000 Räder pro Jahr
Laut Branchen-Experte Aichinger werden in Österreich pro Jahr etwa 430.000 Fahrräder – vom Kinderfahrrad bis zum Mountainbike – verkauft. „Der Anteil der Rennräder an der Gesamtzahl liegt aber nur im einstelligen Bereich. Der Handel setzt pro Jahr etwa 30.000 Rennräder ab“, rechnet Aichinger vor. Freilich sind die Anschaffungskosten für ein Hightech-Straßenflitzer ziemlich hoch. Sie können schon mal bis zu 15.000 Euro betragen. Kohls Arbeitsgerät ist so freilich im Handel nicht erhältlich. Happige 30.000 Euro kostet in etwa ein originales Tour-de-France-Rennrad.

Wie wichtig das Geschäft mit den Drahteseln ist, beschreibt Eichblatt so: „Radfahren ist im Sommer für die Branche ungefähr so wichtig wie Skifahren im Winter.“ Bis zu 20 Prozent des Gesamtmonatsumsatzes mache die Branche im Juni und im Juli mit dem Verkauf von Fahrrädern, Fahrradbekleidung und Fahrradzubehör.

Der Sportartikelhandel in Österreich kann auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr zurückblicken. Mit einem realen Umsatzplus von 3,5 Prozent belegen die „Sportler“ im Branchenranking den ersten Platz.




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