27. November 2009 21:36

Um 1,5 Proz. erhöht 

Handelsangestellte bekommen mehr Lohn

In der letzten regulären Runde wurde eine Einigung erzielt.

Handelsangestellte bekommen mehr Lohn
© APA

Nach der sechsten und letzten regulären Runde haben sich am Freitagabend die Sozialpartner für die rund 520.000 Beschäftigten im Handel über die kollektivvertraglichen Mindestgehälter geeinigt. Ab 1. Jänner 2010 bekommen die Handelsangestellten demnach um 1,5 Prozent mehr Gehalt, jedoch mindestens 22 Euro pro Monat. In den unteren Einkommensbereichen bedeutet dies laut Gewerkschaft eine Erhöhung um 1,7 bis 1,8 Prozent.

Damit hat der Handel erstmals eine Lohnerhöhung erzielt, die etwas über den Metallern liegt. Wie berichtet haben sich die Metaller in besonders schwierigen Verhandlungen auf eine Erhöhung der Ist-Löhne um 1,45 Prozent und der Mindestlöhne um 1,50 Prozent geeinigt.

"Faires Ergebnis"
Beide Verhandlungsseiten zeigten sich nach der Einigung auf die kollektivvertraglichen Mindestgehälter für die Handelsangestellten zufrieden. Manfred Wolf von der GPA-djp sprach von einem "gerade noch vertretbaren Ergebnis, das der Erwartungshaltung Rechnung trägt". Mit der Anhebung der Gehälter um mindestens 22 Euro pro Monat habe man etwas erreicht, was in anderen Bereichen nicht möglich gewesen sei. Damit sei besonderes den niedrigen Einkommensbereichen im Handel geholfen.

Auch Arbeitgeber-Verhandler Fritz Aichinger zeigte sich zufrieden über das "faire Ergebnis". Die Verhandlungen seien schwierig gewesen und hätten lange gedauert, unter anderem deshalb, weil die Gewerkschaft lange gebraucht habe, die Realität anzuerkennen. Nicht nur die Inflation liege unter 1 Prozent, auch die Umsätze der Handelsunternehmen seien in den ersten zehn Monaten 2009 um 1,3 Prozent real im Minus gewesen, sagte Aichinger. Man habe aber das Ziel erreicht, den niedrigeren Gehaltsbeziehern stärker unter die Arme zu greifen.

Proteste
Überschattet war die diesjährige Handels-KV-Runde von Protestaktionen auf der Wiener Mariahilfer Straße am Donnerstag. Für den Fall, dass es es bei den Gesprächen am Freitag zu keiner Einigung gekommen wäre, hat die Gewerkschaft mit weiteren Aktionen gedroht.

Vor drei Jahren haben sich die KV-Verhandlungen im Handel schon einmal bis zum Ende zugespitzt. Auch damals wurde erst in der Nacht auf den ersten Einkaufssamstag eine Einigung erzielt. 2008 wurde eine Erhöhung der Gehälter im Handel um 3,6 Prozent (ab 1.400 Euro brutto) bzw. 3,7 Prozent beschlossen - bei einer Teuerung von damals 3,2 Prozent.




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