10. Juni 2008 13:10

Bawag-Prozess 

Hat Elsner Vermögen auf Privatkonto gehortet?

Ex-BAWAG-Chef Helmut Elsner und Wolfgang Flöttl streiten um ein angebliches Privatkonto, auf dem mehrere Tausend Euro liegen.

Hat Elsner Vermögen auf Privatkonto gehortet?
© Archiv

Ex-BAWAG-Chef Helmut Elsner könnte ein Konto bei einer Privatbank in der Schweiz haben, auf das er von Wolfgang Flöttl 30.000 Dollar erhielt - Elsner selber dementiert dies aber entschieden und setzte, nachdem er in seiner Zelle Radio gehört hatte, am Mittwoch noch eines darauf: " Im ORF-Radio sei behauptet worden, es sei ein neues Konto in der Schweiz aufgetaucht, wo ich möglicherweise Millionen gebunkert habe. Es ist kein neues Konto aufgetaucht, weil ich habe keines, es gibt kein Konto in der Schweiz, auch kein Konto in Liechtenstein, kein Konto am Mount Everest".

Der mitangeklagte Spekulant Flöttl hat am Dienstag im BAWAG-Prozess Unterlagen zu einer Überweisung von 30.000 Dollar (19.007 Euro) im Jahr 1993 auf das Konto einer Vermögensverwaltung bei einer Privatbank in der Schweiz vorgelegt. Dies sei ein Verwaltungsrats-Honorar für Elsner aus der Zeit der Karibik-1-Geschäfte gewesen, sagte Flöttl - was Elsner entschieden zurückwies.

Konkret geht es um ein Konto bei der Schweizer Privatbank Lombard Odier, das von der Schweizer Vermögensverwaltung Burgauer, Huser, Aman und Partner unter dem Kennwort "Houston" eingerichtet wurde. Offenbar handelt es sich um ein Treuhandkonto. Auf dieses Konto wurden von einer Flöttl-Firma im April 1993 30.000 Dollar überwiesen. Jetzt wird recherchiert, ob dies zutrifft und ob Elsner auf diesem Konto vielleicht noch mehr Geld liegen hat.

Geld als Verwaltungshonorar
Die 30.000 Dollar waren laut Flöttl das Honorar für Elsners Verwaltungsratstätigkeit bei der Morissa in der Zeit der Karibik-1-Geschäfte mit der BAWAG (bis 1994). Die Morissa fungierte als Eigentümerin für Flöttls EBT (European Bank and Trust Ltd.). Die BAWAG hielt 24 Prozent an der Morissa.

Über wieviel Geld verfügt Elsner wirklich?
Elsner bestritt entschieden, ein Honorar für die Funktion bei der Morissa erhalten zu haben. Mit der 30.000-Dollar-Überweisung habe er nichts zu tun, betonte der Angeklagte. Das Gericht geht aber der Sache nach: Bei dieser Schweizer Privatbank könnten Kunden nur ab Guthaben von mehreren Millionen Konten eröffnen, so die Richterin. Es könnte also sein, dass Elsner auf diesem Konto über die 30.000 Dollar hinaus ein beträchtliches Vermögen gehortet hat. Relevant sei das Thema auch, weil es mehrere Abschöpfungsanträge gegen Elsner gebe. "Wir werden uns das anschauen", kündigte Richterin Claudia Bandion-Ortner an,

Elsner wunderte sich, dass Flöttl Dokumente zu einer 30.000-Dollar-Überweisung aus dem Jahr 1993 fünfzehn Jahre lang aufbewahrt habe. "Das ist doch alles getürkt", so der Ex-Banker.

Flöttls Konten bleiben zu
Hingegen bleiben Flöttls Konten ungeöffnet. Das Schöffengericht lehnte heute den Antrag der Verteidigung Elsners auf Öffnung der Konten des Spekulanten ab. Dies empörte wiederum Elsner, der darin eine Ungleichbehandlung sieht, da alle seine Konten geöffnet wurden. Auch die Bilanzen von Flöttls Firmen müssen nicht beigeschafft werden, weil aus den Bilanzen nicht viel zu sehen sei, außerdem seien sie nicht vorhanden, meinte die Vorsitzende Richterin des Schöffengerichts, Claudia Bandion-Ortner. Anträge auf Zeugenladung von Flöttls früheren Mitarbeitern wurden ebenfalls abgelehnt.

Elsner war beim Ohrenarzt
Die heutige begann etwas später, weil Elsner vom Ohrenarzt eine Ohrenspülung erhielt. Gestern hatte er im Prozess über starke Ohrenschmerzen geklagt. Nach der ärztlichen Behandlung ging es Elsner anscheinend besser.




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