11. März 2008 15:04

EU ermittelt 

Hausdurchsuchung im Hause Lufthansa

Das Büro der Lufthansa in Frankfurt wurde gegen des Verdachts der illegalen Preisabsprache von der Europäischen Kommission durchsucht.

Hausdurchsuchung im Hause Lufthansa
© AP Photo

Die Europäische Kommission verdächtigt die Deutsche Lufthansa und andere Fluggesellschaften der Preisabsprachen auf Langstrecken. Wie die Kommission am Dienstag in Brüssel mitteilte, durchsuchten Beamte unangemeldet Geschäftsräume. Wie üblich in diesen Fällen nannten die Wettbewerbshüter weder die Namen der Unternehmen noch Einzelheiten.

AUA nicht betroffen
Die AUA war nach übereinstimmenden Angaben des Luftfahrtunternehmens und der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde nicht von den Durchsuchungen betroffen. Die Lufthansa arbeitet über das Luftfahrtbündnis Star Alliance mit der AUA zusammen.

Preisabsprachen bei Japan-Flügen

Die Kommission habe Informationen, wonach die durchsuchten Fluggesellschaften möglicherweise Preise auf Strecken zwischen der EU und Japan abgesprochen hätten. "Lufthansa kooperiert vollumfänglich mit der Europäischen Kommission und erteilt bereitwillig die begehrten Auskünfte", hieß es in der Mitteilung. Die Lufthansa bietet pro Woche 56 Flüge von Deutschland nach Japan an, die Lufthansa-Tochter Swiss noch einmal 14 Flüge. Swiss ist nach eigenen Angaben nicht durchsucht worden.

Stellungnahmen von Fluggesellschaften
Ein Sprecher von British Airways sagte auf Anfrage: "Wir sind zu diesem Thema in keiner Weise von der EU angesprochen worden". Bei Air France-KLM in Paris hieß es: "Kein Kommentar." In den Niederlanden meldete die Nachrichtenagentur ANP, auch KLM sei durchsucht worden und habe volle Kooperation zugesagt. Die spanische Fluggesellschaft Iberia hat nach Angaben eines Sprechers keinen Besuch von EU-Inspektoren gehabt. Sie fliegt nicht nach Japan.

Sollte sich der Verdacht bestätigten, drohen den Unternehmen empfindliche Geldbußen. Die Kommission betonte, dass allein die Durchsuchungen noch kein Beweis für eine Schuld seien. Die Wettbewerbshüter stünden bei den Ermittlungen unter keinem Zeitdruck.




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