07. Juli 2009 15:11
Wie die zuständige Staatsanwaltschaft (StA) Eisenstadt bestätigte, ist ein
Ermittlungsverfahren gegen zwei Bankangestellte der Bank Austria derzeit
anhängig.
Weitere Durchsuchunge möglich
Im Rahmen dessen fanden am
Dienstag Hausdurchsuchungen in Wien und Oberwart statt. Der Verdacht lautet
laut Sprecherin der Staatsanwaltschaft Eisenstadt, Petra Schweifer, auf
schweren Betrug. Durchsuchungen in weiteren Standorten der Bank Austria
könne sie zur Zeit nicht bestätigen, aber auch nicht ausschließen. Es gilt
die Unschuldsvermutung.
Weitere Details aus dem Verfahren nannte die Justiz vorerst nicht, zumal die
Hausdurchsuchungen derzeit noch liefen und der zuständige Sachbeamte vor Ort
sei, sagte Schweifer.
Anleger fühlen sich geschädigt
Ins Rollen gebracht
dürfte die heutigen Razzien an mehreren Standorten der Bank Austria eine
Strafanzeige einer Wiener Anwaltskanzlei, die rund 130 Anleger vertritt, die
sich durch großvolumige und riskante Devisenoptionsgeschäfte mit der Bank
Austria geschädigt fühlen. Offenbar geht es in dem seit Jahren
laufenden Rechtsstreit und mit Eskalation der Finanzmarktkrise mittlerweile
um ein paar hundert Millionen Euro.
In der Strafanzeige ist von Täuschungen respektive unterlassenen
Verlusthinweisen sowie Verschleierungen die Rede und dem Tatbestand des
Betrugs. Vorwürfe, die die Bank Austria heute scharf von sich wies.
Enorme Summen verloren?
Dem Vernehmen nach umfasst der Kreis der
Anleger, die durch Spekulationsgeschäfte enorme Summen verloren haben
sollen, Gemeinden, Gemeindeverbände, Unternehmer, aber auch zahlreiche
Privatanleger. Der Schwerpunkt der Geschädigten liege im Raum Wien,
Niederösterreich und Burgenland. Es gibt offenbar aber auch einige Fälle in
Tirol.
Einer der Hauptvorwürfe der Geschädigten: Anstelle "gemanagter"
Veranlagungen seien im Endeffekt reine Spekulationsgeschäfte getätigt
worden, bei denen noch dazu ein grobes Missverhältnis zwischen einer
möglichen Gewinnchance und potenziellen Verlusten bestehe, hieß es am
Dienstagnachmittag von Seite der Anlegeranwälte zur APA. Die Bank habe ohne
eigenes Risiko mit diesen Geschäften enorme Gewinne erwirtschaftet, die
letztlich auf Kosten der Anleger gegangen seien, so die Vorwürfe.
Auf das unbegrenzte Risiko von Verlusten seien die Anleger nicht hingewiesen
worden. Zudem gebe es eine Berichtslage, die nicht die tatsächliche Lage der
Geschäfte widerspiegle, was nur bei entsprechendem Fachwissen erkennbar sei,
wie es von Seiten der Anlegervertreter heißt. Aufgetretene Verluste wären,
so ein Vorwurf, von der Bank verschleiert worden, Anleger zu neuen Deals
gedrängt worden, die man intern aber genutzt hätte, um Verluste zu
kaschieren. Offenbar in der vermeintlichen Hoffnung, man könne die Verluste
langfristig ausgleichen, wie die Rechtsvertreter der Geschädigten mutmaßen.
Es gilt die Unschuldsvermutung.