08. April 2009 12:18

Schleppender Verkauf 

Hausverlosungen in der Stmk kein Hit

33 Häuser sollen derzeit in der Steiermark verlost werden. Im Angebot stehen unter anderem eine Skihütte, ein Schloss und sogar ein Bordell. Der Losverkauf läuft aber eher schleppend.

Hausverlosungen in der Stmk kein Hit
© www.villa-werger-hausverlosung.at

In der Steiermark sollen derzeit 33 Objekte in Rahmen einer Verlosung einen neuen Besitzer finden. In neun Fällen hat der Losverkauf schon begonnen, doch es läuft nicht alles wie von den Besitzern erhofft. Das prominenteste Objekt, die Villa der Sängerin Stefanie Werger, hat noch nicht einmal die Hälfte der 17.000 aufgelegten Lose verkaufen können.

Österreichweit an zweiter Stelle
Mit 33 Objekten steht die Steiermark an zweiter Stelle der Angebote, nur in Niederösterreich sind noch mehr (39) auf dem Markt. In den anderen Bundesländern hat man offenbar nicht so großes Interesse am Veräußern von Liegenschaften per Los: in Kärnten sind es 19, in Oberösterreich zwölf, in Tirol zehn und alle anderen liegen überhaupt nur im einstelligen Bereich (Burgenland acht, Wien sieben, Vorarlberg fünf, Salzburg vier).

Breites Angebot
Das Angebot in der Steiermark ist jedenfalls breitgefächert: Neben den üblichen Einfamilienhäusern, die den Großteil ausmachen, finden sich auch eine Skihütte am Stoderzinken, ein Schloss in der Oststeiermark sowie ein Bordell in Graz. Zwei Gasthäuser, ein Wellnesstempel und ein Baugrund warten auch auf Glücksspieler, die über den Lospreis von 40 bis 99 Euro günstig eine Immobilie erwerben wollen.

Unmoralisches Angebot
Doch ob diese Objekte wirklich alle auf diesem Weg neue Besitzer finden oder ob sich nur das Finanzamt freut, wird sich weisen. Am längsten im Angebot sind derzeit die Villa von Stefanie Werger und ein Landhaus, dessen Besitzer sich allerdings bereits mit einem "unmoralischen Angebot", wie sie es nannten, an die Kunden gewendet haben: Die Verkäufer bieten an, statt der angekündigten 8.888 Lose nur 5.835 zu verkaufen, allerdings um 99 statt wie vorgesehen, um 65 Euro. Dadurch würden die Gewinnchancen steigen, und bisher haben nur rund 7.000 Personen Interesse an Losen bekundet.

Sollten die Versteigerungen nicht zustande kommen, wird es für die Besitzer teuer. Die Loskäufer bekommen ihr Geld zurück, abzüglich einer Bearbeitungsgebühr von 16 bis 20 Euro, die Verkäufer müssen aber für jedes aufgelegte Los, auch wenn es nicht verkauft wurde, zwölf Prozent Glücksspielabgabe bezahlen, was bei 4.100 (Wohnung in Judendorf-Straßengel) bis 39.999 (Gasthof in Gröbming) Losen mitunter auch sehr teuer werden kann. Einen fixen Termin gibt es derzeit noch für keine der Verlosungen.




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