03. April 2008 12:02

Trotz Finanzkrise 

Heimisches Werbewirtschaft noch ohne Einbußen

Vorerst blieb die internationale Finanzkrise noch ohne Auswirkungen auf das Werbewachstum in Österreich. Es herrscht Optimismus.

Heimisches Werbewirtschaft noch ohne Einbußen
© AP

Die Immobilien- und Bankenkrise in den USA könnte Auswirkungen auf die europäische Werbe- und Medienbranche haben. Davon geht zumindest das internationale Agenturnetzwerk ZenithOptimedia aus, das seine Prognosen für das Werbejahr 2008 nach unten korrigiert hat. Dass dieser Kelch an Österreich nicht ganz vorbeigehen wird, befürchten auch manche Werbeexperten hierzulande. Vorerst herrscht in der Branche allerdings noch Optimismus. Werbeanalysten sehen den Konjunkturmotor brummen und Verleger sowie ORF warnen davor, eine Krise herbeizureden.

"Realer Dämpfer" möglich
Robert Kremlicka von der Unternehmensberatung A.T. Kearney in Wien geht davon aus, dass Österreich die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise zu spüren bekommt: "Wir hoffen auf einen gedämpften Effekt. Negative Auswirkungen werden aber auch die Werbebranche erreichen", sagte er. Peter Drössler, Obmann des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich, hält Prognosen über konkrete Auswirkungen für "Kaffeedsudleserei". Dennoch befürchtet auch er, dass es zu einem "realen Dämpfer" kommen könnte.

Zurückhaltung demonstrierten die Werber bereits bei der letzten Ausgabe des Werbebarometers. Bei den Befragungen, die im Auftrag des Fachverbands Werbung vom Marktforschungsinstitut Focus durchgeführt werden, gaben sich die Branchenvertreter weniger optimistisch als gewohnt, sagt Drössler, und prognostizierten - trotz der EURO 2008 - in den Monaten März bis August lediglich um 3,9 Prozent höhere Werbeinvestitionen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Allerdings sei die US-Finanzkrise während des Befragungszeitraums noch nicht akut gewesen, weshalb kein direkter Zusammenhang hergestellt werden könne, meint der WKÖ-Werbeexperte.

Derzeit noch keine Auswirkungen
Das findet auch Klaus Fessel, Chef Focus Media Research: "Erfreulicherweise ist derzeit nichts von einem Dämpfer zu merken", beruhigte er. Und Kremlicka meinte: "Augenblicklich brummt der Konjunkturmotor noch. Die Arbeitsmarktdaten und der Konsum sind hervorragend wie seit 15 Jahren nicht mehr."

In die gleiche Kerbe schlug auch Horst Pirker, Präsident des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und Vorstand der Styria Medien AG: "Zur Zeit boomen wir in Österreich; darüber sollten wir uns freuen und darauf sollten wir auch ein Stück weit stolz sein. Jetzt eine Krise ins Land zu reden und zu schreiben, ist unnötig", sagte er zur APA. Auch im ORF habe man von Auswirkungen der Finanzkrise "noch nichts" feststellen können, bestätigte ORF-"Enterprise"-Chef Walter Zinggl.




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