26. Mai 2009 14:13

Emotionaler Stress 

Herzinfarkte nehmen wegen Finanzkrise zu

Innsbrucker Ärzte warnen vor einem Anstieg der Herzinfarkt-Rate um bis zu 25 Prozent.

Herzinfarkte nehmen wegen Finanzkrise zu
© sxc

Von der "Wirtschaftskrise als Herzensbrecher" sprechen Innsbrucker Ärzte in einer Aussendung am Dienstag. Sie befürchten eine Zunahme der Herzinfarkte aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise.

Emotionaler Stress
Emotionaler Stress kann für einen Anstieg der kardiovaskulären Ereignisse (Herzinfarkte im weitesten Sinn) verantwortlich sein, meinte Otmar Pachinger, Direktor der Innsbrucker Universitätsklinik für Kardiologie. "Der Verlust des Ersparten oder des Jobs und die damit verbundenen Existenzängste sind durchaus geeignet um einen Infarkt auszulösen", sagte er, "dazu kommt, dass in Zeiten emotionalen Stresses der Nikotinkonsum steigt, was in weiterer Folge zu einem Anstieg der Herz-Kreislauferkrankungen führt."

Der Zusammenhang zwischen mentalem Stress und Herzinfarkten sei im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland untersucht worden. Es sei zu sehen, dass die Anzahl der Herzinfarkte während jenen Spielen am meisten angestiegen sei, bei denen es für die deutsche Mannschaft um den Finaleinzug ging.

Mehr Tote durch Herzinfarkt
Eine Untersuchung über den Zusammenhang zwischen der Herztod-Rate und der Bankenkrise zeige, dass in einkommensschwachen Ländern die Zahl der Toten nach Herzinfarkt nach dem Zusammenbruch der Northern Rock Sparkasse in England um über 25 Prozent angestiegen sei. Volker Wenzel, stellvertretender Direktor der Innsbrucker Universitätsklinik für Anästhesie und allgemeine Intensivmedizin, meinte: "Wenn jemand mit 65 feststellt, dass durch eine Fehlspekulation die Pension weg ist und man noch 20 Jahre arbeiten müsste, das aber gesundheitlich nicht mehr schaffen kann, dann ist das ultimativer Stress."




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