16. Jänner 2009 16:40

AMS-Prognose 

Heuer gibt's 25.000 Arbeitslose mehr

Diese triste Prognose stammt vom AMS. Nächstes Jahr kommen weitere 18.000 Beschäftigungslose dazu.

Heuer gibt's 25.000 Arbeitslose mehr
© APA/dpa

Die Arbeitslosigkeit in Österreich wird heuer um 20.000 bis 25.000 Betroffene auf rund 237.000 Jobsuchende steigen. 2010 ist mit einem weiteren Anstieg um 15.000 bis 18.000 Betroffene zu rechnen. Die Arbeitslosenrate wird sich damit nach EU-Kriterien auf 4 Prozent beziehungsweise 4,2 Prozent nach 3,8 Prozent im Vorjahr erhöhen. Im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit stehen dem AMS heuer 964 Mio. Euro zur Verfügung.

Beachtlicher Stellenabbau
Die Beschäftigung wird heuer rascher zurückgehen als das Arbeitskräfteangebot. Von Arbeitslosigkeit betroffen sein werden vor allem Männer. So ist im Bau und in der Industrie mit beachtlichem Stellenabbau zu rechnen. Günstiger ist die Beschäftigungsentwicklung bei Frauen, in den Bereichen Dienstleistungen, Handel und Gesundheit.

Jugendliche als Hauptleidtragende
Vor allem Jugendliche werden den Einbruch am Arbeitsmarkt deutlich zu spüren bekommen. Das AMS erwartet für heuer einen Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit um 12 Prozent. Erschwert wird den Jugendlichen der Einstieg in den Arbeitsmarkt, da die Unternehmen vorsichtig agieren und weniger einstellen.

Kurzarbeit explodiert
Kräftig angestiegen ist heuer bereits die Kurzarbeit als eine der wichtigsten Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit. Laut AMS wird die Zahl der Kurzarbeiter im 1. Quartal auf rund 26.000 Betroffene ansteigen. Derzeit arbeiten knapp 15.000 Personen in 86 Unternehmen kurz. Schon Anfang Februar wird die Zahl auf knapp 23.000 Personen steigen. Die Belastungen dafür belaufen sich bereits auf 49,4 Mio. Euro. Damit wird schon jetzt das für Kurzarbeit vorgesehene Budget von 25 Mio. Euro deutlich überschritten. Insgesamt rechnet das AMS mit einem Aufwand von rund 80 Mio. Euro.

Folgen des Autogipfels
Derzeit verhandeln die zuständigen Ministerien und die Sozialpartner eine Ausweitung der Kurzarbeit. Geplant ist eine Ausdehnung auf 18 Monate und eine Kombination mit Weiterbildung. Derzeit kann in Österreich zweimal 3 Monate, maximal ein Jahr, kurzgearbeitet werden. Die Arbeitszeit für die Beschäftigten kann in einem Durchrechnungszeitraum von 4 Wochen um bis zu 80 Prozent reduziert werden. Das AMS zahlt den Unternehmen Kurzarbeitsbeihilfe. Sie entspricht dem fiktiven Anteil an Arbeitslosengeld für die reduzierte Arbeitszeit.

Auto- und Metallbranche
Auch bei einer Verlängerung der Kurzarbeit glaubt das Arbeitsmarktservice aber nicht, dass viele Unternehmen 18 Monate kurzarbeiten, weil das sehr teuer ist. Wenn die Firmen nach 6 Monaten keine Aufträge kommen, werden sie wohl eher Personal abbauen. Besonders betroffen von Kurzarbeit sind derzeit die Autozulieferer, gefolgt von der restlichen Metallindustrie, den Holzverarbeitern und Dienstleistern.

2008 ist die Arbeitslosigkeit noch zurückgegangen, und zwar um 4,5 Prozent auf 212.253 im Jahresschnitt. Die Trendwende hat sich bereits im letzten Quartal abgezeichnet. Im Dezember nahm die Arbeitslosigkeit erstmals seit 2005 wieder zu. Frühindikator für eine Verschlechterung am Arbeitsmarkt ist die Entwicklung bei den Zeitarbeitern. Hier betrug der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember bereits 20 Prozent.




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