04. März 2009 13:18

102 Arbeitsplätzen 

Holzunternehmen Häupl mit 73 Mio. Euro in Konkurs

Die oberösterreichische Holzindustrie Theresia Häupl in Vöcklamarkt ist mit 73 Mio. Euro Schulden pleite. 102 Arbeitnehmer sind betroffen.

Holzunternehmen Häupl mit 73 Mio. Euro in Konkurs
© APA/ALOIS LITZLBAUER

Die Holzindustrie Theresia Häupl GmbH in Vöcklamarkt (Bezirk Vöcklabruck) in Oberösterreich ist mit 72,9 Mio. Euro Schulden in Konkurs. Die Aktiva nach Buchwerten bezifferte der Kreditschutzverband (KSV) Dienstagvormittag in einer Presseaussendung mit 116 Mio. Euro. Die Pleite des Traditionsunternehmens - die bisher größte dieses Jahres in Oberösterreich - betrifft 102 Dienstnehmer und 186 Gläubiger.

Traditionsbetrieb
Die Anfänge des Säge-, Hobel- und Leimholzewerks, das auch Schnitt und Rundholzhandel betreibt, reichen bis zum Jahr 1860 zurück. Mit mehr als einer Mio. Kubikmeter jährlich zählt Häupl zu den größten Schnittholzproduzenten Österreichs. Der Umsatz erreichte in den vergangenen Jahren bis zu 72 Mio. Euro bei durchschnittlich 180 bis 200 Beschäftigten, die noch im Frühjahr 2008 in einem Drei-Schicht-Betrieb arbeiteten. Der Großteil der Produktion geht in den weltweiten Export.

Krise war Wendepunkt
Das vergangene Jahr war laut KSV der Wendepunkt in der erfolgreichen Entwicklung: Ein Schnittholzpreisverfall von 35 Prozent und ein Nachfragerückgang im Zusammenhang mit der aufziehenden Wirtschaftskrise zwang das Unternehmen, die Kapazitäten stark zurückzufahren. Für das laufende Geschäftsjahr wird nur noch mit einem Umsatz von 40 Mio. Euro gerechnet. Das Personal wurde auf rund die Hälfte reduziert. Gleichzeitig versiegte die Liquidität, und erste Kredite wurden fälliggestellt.

Ausgleich angestrebt
Mit einem Stab von Sanierungsberatern soll im Ausgleich ein Reorganisationskonzept mit deutlichen Kostensenkungen umgesetzt werden. Den Gläubigern wird im Ausgleichsantrag die Mindestquote von 40 Prozent angeboten. Die Verhandlung und Abstimmung darüber findet am 14. Mai im Landesgericht Wels statt. Der KSV prüft bis dahin die Angemessenheit und Erfüllbarkeit des Angebots. Es sei umfangreicher, allerdings mit 14 Mio. Euro belasteter Liegenschaftsbesitz vorhanden. Bei der Pleite handelt es sich laut KSV um die siebentgrößte aller Zeiten in Oberösterreich.




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