16. Jänner 2007 16:33

Tourismus-Krise 

Hoteliers fordern Masterplan und Geld

Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) fordert einen Masterplan für den Tourismus und Geld für neue Märkte.

Hoteliers fordern Masterplan und Geld
© APA/Neumayr

Was tun, wenn der Winter zu mild und der Sommer zu kalt ist? Was tun, wenn der Schnee auch im Februar zu den Semesterferien ausbleibt? Beim Kongress der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) in Bad Ischl wiederholte ÖHV-Präsident Peter Peer die schon mehrfach erhobene Forderung nach dem Masterplan für die heimische Tourismus- und Freizeitindustrie. "Irgendwann wird er kommen", so der ÖHV-Präsident. Konkret geht es um neue Werbe-Strategien für Fernmärkte und mehr Geld.

Eigene Stabstelle
Die Agenden von Österreich Werbung (ÖW), der Landestourismusorgansiationen und der Destinationen sollten genau abgesteckt werden. Eine Stabsstelle im Wirtschaftsministerium mit kreativen Köpfen wäre sinnvoll, hieß es. Diese sollte Forschung betreiben, Strategien entwickeln und sich auch beispielsweise um die Entzerrung von Ferienzeiten und die Verkehrsplanung bemühen.

Alpen als Marke
Die Alpen sollten als touristische Marke geschaffen werden, um den flauen Sommer zu beleben. Die Berge könnten auch ohne Schnee genützt werden. "Wir könnten die Pinguine zum Schwammerlsuchen hinaufschicken", sagte der zweite ÖHV-Präsident Sepp Schellhorn in Anspielung auf die Werbemaskottchen Harry und Sally von der ÖW. Damit könnte der Herbst verlängert werden.

Geld für neue Märkte
Außerdem müsse das Budget der Österreich Werbung aufgestockt werden für die Bearbeitung und Erschließung neuer Märkte. Das zusätzliche Werbebudget von zwölf Mio. Euro für die Fußball-EM 2008 sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Darüber hinaus werde eine zweckgebundene Erhöhung des Budgets um zehn Mio. Euro jährlich benötigt, um die Internationalisierung voranzutreiben, denn, so das Kalkül der ÖHV: Je weiter die Anreise, desto länger die Aufenthaltsdauer.

Kritik an Ladenöffnungszeiten
Vehement kritisiert die ÖHV das Regierungsübereinkommen, das zwar eine Ausweitung der wöchentlichen Öffnungszeiten vorsehe, den Sonntag aber unangetastet lasse. "Dieses Tor haben wir verschossen, es wäre eine Chance für den Städtetourismus gewesen", sagte Peer. In Wien gebe es "Rebellen", die schon jetzt aufsperren, stellte er fest und sagte: "Ich will ja niemand animieren, aber vielleicht gibt es noch mehr Rebellen". Jetzt will die ÖHV die Landeshauptleute und die Bürgermeister verstärkt ansprechen, sie sollten Tourismuszonen mit Shoppingmöglichkeit am Sonntag schaffen.




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