17. Dezember 2009 13:40
Der Kärntner Landtag wird sich erneut in einem parlamentarischen
Untersuchungsausschuss mit der Causa Hypo Alpe Adria Bank beschäftigen. Die
SPÖ beantragte am Donnerstag die Einsetzung eines U-Ausschusses, die
Abgeordneten votierten ausnahmslos dafür. Zuvor hatte weniger Einigkeit
geherrscht, in der Aktuellen Stunde zur Notverstaatlichung der Bank kam es
zu heftigen Wortgefechten, die teilweise hart an der Grenze zur Beschimpfung
vorbeischrammten. Inhaltlich brachte die Debatte aber nichts Neues.
Der
seit Mittwoch zu den blauen Orangen gehörende Klubobmann Kurt Scheuch
blieb bei der Linie seiner Partei, sie habe in den Verhandlungen am
vergangenen Wochenende die Rettung der Bank erreicht und ein für Kärnten
gutes Ergebnis erzielt. Die Kritik der SPÖ qualifizierte Scheuch als "Schwachsinn"
ab. SPÖ-Chef Reinhart Rohr sprach erneut von einem "Debakel"
und einem Milliardengrab.
Für die ÖVP verteidigte Klubobmann Stephan Tauschitz die Haltung seiner
Partei und warf der SPÖ vor, für die riesigen Landeshaftungen
mitverantwortlich gewesen zu sein. Der Landessprecher der Grünen, Rolf
Holub, kritisierte Freiheitliche und ÖVP, die den Niedergang der Hypo
verantworten müssten.
Der U-Ausschuss soll erneut die Vorgänge rund um den Verkauf der Hypo Group
an die Bayerische Landesbank vor zweieinhalb Jahren untersuchen. Alle
Fraktionen beteuerten, sich für "lückenlose Aufklärung"
einsetzen zu wollen. Beim ersten U-Ausschuss im Sommer 2007 waren zwar
zahlreiche Zeugen geladen worden, vom Ex-Vorstandschef Wolfgang Kulterer
über seine Nachfolger Siegfried Grigg und Tilo Berlin bis hin zum damaligen
BayernLB-Chef Werner Schmidt. Auch Jörg Haider sagte aus, ebenso ÖVP-Obmann
Josef Martinz. Die Ergebnisse waren dünn, man konnte sich auch nicht auf
einen gemeinsamen Schlussbericht einigen. So gab es am Ende jede Menge
Papier, aber kaum Erkenntnisse.