08. April 2008 07:59

US-Finanzkrise 

IWF verkauft Teil seiner Goldreserven

Der Internationale Währungsfonds füllt seine Kassen: Angesichts der Finanzmarktkrise verkauft der IWF 403 Tonnen Gold um 11 Milliarden Dollar.

IWF verkauft Teil seiner Goldreserven
© APA

Im Zuge der Reformen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise plant der IWF den Verkauf von 403,3 Tonnen Gold für rund elf Milliarden Dollar (7,01 Mrd. Euro). Das erklärte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn am Montag in Washington. Ein Teil des Geldes soll die IWF-Kassen wieder füllen. Strauss-Kahn lobte die Entscheidung des IWF-Verwaltungsrates als "Meilenstein" auf dem Weg zu einem "soliden wirtschaftlichen Fundament" und der Modernisierung der Strukturen der Finanzinstitution, der 185 Länder angehören. Am Wochenende findet die gemeinsame Frühjahrestagung von IWF und Weltbank in Washington statt.

12 Prozent der Gesamtreserven
Die Goldmenge, die der IWF veräußern will, entspricht etwa zwölf Prozent seiner gesamten Goldreserven. Der Vollzug ist jedoch anhängig von einer Satzungsänderung, der 85 Prozent der Mitgliedsländer zustimmen müssen. Das Votum im Verwaltungsrat fiel nach monatelangen Debatten. In der Erklärung sprach Strauss-Kahn von "schwierigen, aber notwendigen" Schritten zur Konsolidierung der IWF-Finanzen. Am Ende werde der Fonds jedoch effizienter und könne "den Bedürfnissen unserer Mitglieder wirtschaftlicher dienen".

In einer weiteren Entscheidung stimmte der Verwaltungsrat für eine Reorganisation des vornehmlich auf Zinszahlungen für Kredite gestützten IWF-Einnahmemodells in eines, das "Fonds aus verschiedenen Quellen generiert", wie es in der Erklärung weiter hieß. Außerdem seien für die Jahre 2009 bis 2011 im Budget "tiefe Einschnitte bei den Ausgaben" geplant. Das Gremium billigte den Haushalt für 2009, der am ersten Mai in Kraft tritt.

Modernisierung
Der IWF mit Sitz in Washington finanziert seine laufenden Kosten vor allem aus Zinszahlungen für Kredite an Mitgliedsländer. Der Bedarf an solchen Darlehen ging aber in den vergangenen Jahren deutlich zurück und damit auch die Einnahmen des IWF. Ende vergangenen Jahres hatte Strauss-Kahn gewarnt, wenn die Kreditvergabe nicht ansteige, sehe sich der IWF bis 2010 einem Fehlbetrag von 400 Millionen Dollar (255 Mio. Euro) gegenüber. Die IWF-Reformen sehen auch Personalabbau vor. Der seit November amtierende IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn aus Frankreich hat sich eine gründliche Modernisierung der Institution zum Ziel gesetzt.

Der vor 63 Jahren gegründete IWF ist eine der mächtigsten Finanzinstitutionen der Welt. Er vergibt unter bestimmten Auflagen Kredite an Staaten, die unter wirtschaftlichen Problemen leiden. Außerdem gewährt er Entwicklungsländern Kredite und erarbeitet Wirtschaftskonzepte für sie. Im Gegenzug verlangt er für die Kreditvergabe oft strenge wirtschaftliche Reformmaßnahmen der Nehmerländer.




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