04. Juni 2008 10:24

Handelsstudie 

Im Vorjahr sperrten gut 1.000 Geschäfte zu

Während die großen Ketten immer neue Filialen eröffnen, machen die kleinen Einzelhändler für immer dicht.

Im Vorjahr sperrten gut 1.000 Geschäfte zu

Geschlossene Rollbalken und leere Auslagen in den Einkaufsstraßen sind Beweis für die Entwicklung im heimischen Einzelhandel: Auch 2007 haben wieder über 1.000 Geschäfte zugesperrt. Mit Ende des Vorjahrs gab es in Österreich noch 52.700 Einzelhandelsgeschäfte mit einer Verkaufsfläche von knapp 16 Millionen m2. Das zeigt die jüngste Studie der KMU Forschung Austria.

Kleine Läden machten dicht
Deutlich mehr Geschäfte haben zu- als aufgesperrt. Per Saldo - also inklusive der 160 Neueröffnungen - hat sich die Zahl der Einzelhandelstandorte um 1,6 Prozent oder 840 Geschäfte verringert. Zugesperrt haben vor allem nicht-filialisierte, kleine Geschäfte, expandiert haben weiterhin filialisierte Unternehmen.

Ketten wachsen
Da Filialen meist - im Vergleich zu nicht-filialisierten Geschäften - über eine höhere Verkaufsfläche verfügen, setzte sich das Verkaufsflächenwachstum trotz rückläufiger Zahl an Geschäften fort und ist um 0,1 Prozent oder 21.000 m2 gestiegen. Das Verkaufsflächenwachstum "flachte" aber wie schon in den letzten Jahren weiter ab.

Höchste Verkaufsflächendichte der EU
Laut Bundesspartenobmann Erich Lemler hat dieser Umstand - weniger Geschäfte und mehr Verkaufsfläche - dazu geführt, dass die Verkaufsflächendichte in Österreich mit knapp 2 m2 je Einwohner hinter der Schweiz die höchste in der EU ist. Das wird laut Lemler aber im lokalen Bereich problematisch, auch für die Preisentwicklung.

Hälfte schreibt keinen Gewinn
Die Verkaufsflächenproduktivität ist im Vorjahr um 2,3 Prozent gewachsen. Der durchschnittliche Brutto-Quadratmeterumsatz hat 3.190 Euro pro m2 erreicht. Dabei verdienen Filialen großer Ketten besser, Ein-Standort-Unternehmen weniger gut. Knapp die Hälfte der 41.200 Unternehmen im österreichischen Einzelhandel schreibt laut KMU Forschung keinen Gewinn. 90 Prozent der Handelsfirmen haben weniger als 10 Mitarbeiter.

Kleidung mit meisten Geschäften
Die höchste Anzahl an Geschäften wies im Branchenvergleich der Bekleidungseinzelhandel (rund 6.000) auf, gefolgt vom Lebensmitteleinzelhandel (5.940). Damit entfallen je 11 Prozent aller Geschäfte des stationären Einzelhandels auf diese Bereiche. Bei einer Verkaufsfläche von 15.990.000 m2 ergibt das rechnerisch eine durchschnittliche Größe von 300 m2 pro Geschäft.

Verkaufsfläche wächst weiter
Wann die Verkaufsfläche im Einzelhandel ihren Zenit erreichen wird, bleibt abzuwarten. Die geplanten Projekte zeigen, dass eine "dynamischere Entwicklung" zu erwarten ist und die Verkaufsfläche in Österreich in fünf bis zehn Jahren 17 Millionen m2 erreichen dürfte.




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