06. April 2009 09:27

Insolvenz vermeiden 

Immofinanz tauscht 1,5 Mrd-Wandelanleihe

Ziel der Aktion ist, dass das Unternehmen nicht in die Zahlungsunfähigkeit rutscht.

Immofinanz tauscht 1,5 Mrd-Wandelanleihe
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Die börsenotierte Immofinanz AG will, um eine Pleite zu vermeiden, die beiden bestehenden Wandelanleihen in Höhe von insgesamt 1,5 Mrd. Euro gegen eine neue Wandelanleihe mit bis zu 600 Mio. Euro und kürzerer Laufzeit tauschen. Der geplante Umtausch ziele auf die "Entschuldung" und die "notwendige Stärkung der Eigenkapitalposition der Immofinanz" ab, heißt es aus der Immofinanz. Die Immofinanz-Tochter Immoeast AG gibt ein Garantieversprechen zugunsten der neuen Wandelanleiheinhaber bis zum Höchstbetrag von 600 Mio. Euro ab.

Insolvenz vermeiden
Der Erfolg der Umtauschmaßnahme trage auch wesentlich zur "Vermeidung einer Insolvenz der Immofinanz" und daraus resultierender negativer Auswirkungen auf die Immoeast bei, heißt es in einer Immoeast-ad-hoc-Aussendung, mit der die Anleger mit dem Tauschangebot konfrontiert wurden.

Wandelschuldverschreibungsinhaber können im Rahmen des Tauschangebots je fünf der ausstehenden Wandelanleihen mit Laufzeit bis 2014 oder bis 2017 gegen zwei neue Wandelanleihen mit deutlich kürzerer Laufzeit (bis 22. Dezember 2011) tauschen. Die neue Wandelanleihe im Gesamtnennbetrag von bis zu 600 Mio. Euro hat einen Wandlungspreis von 2 Euro und einen Coupon von 7 Prozent p.a. Als "Cash-Bonus" gibt es nach Gesellschaftsangaben zusätzlich pro getauschter 2014, bzw. 2017 Wandelanleihe einen Betrag von 5.000 Euro (pro 100.000 Euro Nominale).

Wird das Tauschangebot zur Gänze angenommen, würde sich das ausstehende Nominale und die damit einhergehende Verbindlichkeit der Immofinanz von 1,5 Mrd. Euro auf 600 Mio. Euro verringern und das Eigenkapital um bis zu 825 Mio. Euro steigen.

Die Immoeast garantiert den Rückzahlungsanspruch bis zum Höchstbetrag von 600 Mio. Euro sowie den Anspruch auf Zinszahlungen der Inhaber der neuen Wandelschuldverschreibungen. Begründet ist diese Maßnahme laut Immoeast-Aussendung "durch das betriebliche Interesse der Immoeast an der Verbesserung der Vermögens-, Finanz-und Ertragslage ihrer Muttergesellschaft Immofinanz aufgrund bestehender wirtschaftlicher und rechtlicher Verflechtungen zwischen Immofinanz und Immoeast bzw. deren Tochtergesellschaften". So haben Immoeast und ihre Tochtergesellschaften Forderungen gegen die Immofinanz, deren Einbringlichkeit durch eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Immofinanz abgesichert werde. Immoeast erhält für ihre Garantiezusage ein angemessenes, fremdübliches Garantieentgelt (Avalprovision).




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