25. Juli 2008 09:31

Umsätze schrumpfen 

Infineon streicht 370 Arbeitsplätze

Bei dem Halbleiterhersteller sind die Umsätze rückläufig. Wirtschaftsminister Bartenstein bittet jetzt zum Arbeitsmarktgipfel.

Infineon streicht 370 Arbeitsplätze
© dpa

Der Umsatzrückgang beim Halbleiterkonzern Infineon führt zu personellen Konsequenzen. Nachdem der Umsatz im dritten Quartal 2008 um zwei Prozent unter dem des Vorquartals lag, kündigte Infineon Austria am Freitag die Streichung von 370 Arbeitsplätzen an. Weltweit sollen 3.000 Stellen wegfallen, das entspricht einem Zehntel der Arbeitsplätze bei Infineon. Für Vorstandschefin Monika Kircher-Kohl ist die Maßnahme zwar "schmerzhaft", für die Konkurrenzfähigkeit aber "notwendig".

Sparen auf allen Ebenen
Konkret sind 120 Jobs bei Infineon direkt und 250 mit Leiharbeitern besetzte Stellen betroffen, der Personalabbau soll bis Ende 2009 erfolgen. Für die Betroffenen wurde mit dem Betriebsrat ein "attraktives Ausstiegsangebot" geschnürt, den Leiharbeitern wird finanzielle Unterstützung für allfällige Umschulungen angeboten. Dazu wird auch auf anderen Ebenen gespart, so sollen Reisekosten drastisch gesenkt und Sponsoraktivitäten kräftig gekürzt werden.

Derzeit beschäftigt Infineon Austria österreichweit rund 2.900 Mitarbeiter, im Geschäftsjahr 2007 wurde ein Umsatz von rund 1,2 Mrd. Euro erzielt.

"Schwere Managementfehler"
In Deutschland wirft die zuständige Gewerkschaft IG-Metall dem Konzern mittlerweile schwere Managementfehler vor. Diese hätten zur schwersten Krise der Unternehmensgeschichte geführt. "Ausbaden sollen das jetzt wieder einmal die Beschäftigten", so die Arbeitnehmervertreter.

Arbeitsmarktgipfel geplant
ÖVP-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein bedauert den Stellenabbau bei Infineon und hat die Spitzen der Sozialpartner, der Industrie und der Wirtschaftsforschungsinstitute eingeladen, mit ihm die aktuelle Lage zu erörtern. Bartenstein begründet die Einladung mit der Verflachung der Konjunktur und dem darunter leidenden Arbeitsmarkt.

Neben Infineon haben zuletzt andere große Arbeitgeber wie Siemens, BAWAG, Bank Austria/Unicredit Group, Glanzstoff oder F. M. Hämmerle den Abbau von Stellen angekündigt.




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