15. Juli 2009 10:14

Sprit sei Dank 

Inflation erreichte im Juni Nullpunkt

0,0 Prozent bedeuten den niedrigsten Wert seit 1966 - In der Eurozone gab es erstmals eine Deflation.

Inflation erreichte im Juni Nullpunkt
© REUTERS/David Mercado

In Österreich hat die Inflation nun ebenfalls den Nullpunkt erreicht. Die Verbraucherpreise haben sich im Juni 2009 nicht verändert. Die Inflationsrate betrug 0,0 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit August 1966. Stabil waren die Preise sowohl im Vergleich zu Juni 2008 als auch zum Mai 2009.

Grund sind Spritpreise
Im Mai dieses Jahres hatte die Inflationsrate im Jahresvergleich noch 0,3 Prozent betragen, im April waren es 0,7 Prozent gewesen und im März 0,8 Prozent. Der nach diesem kontinuierlichen Rückgang jetzt eingetretene Stillstand wurde, wie in den letzten Monaten, hauptsächlich durch den statistischen Basiseffekt bei Treibstoffen und Heizöl verursacht, also die starke Teuerung im Vorjahr.

Obwohl die Preise für Treibstoffe und Heizöl in den vergangenen Monaten wieder leicht stiegen, blieben sie deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Ohne diese Verbilligungen im Jahresabstand bei Treibstoffen und Heizöl hätte die Inflationsrate im Juni 1,6 Prozent betragen.

Versicherungen wurden teurer
Hauptpreisdämpfer war im Jahresabstand die Ausgabengruppe Verkehr mit einem Minus von 6,7 Prozent, Hauptpreistreiber die Ausgabengruppe "Verschiedene Waren und Dienstleistungen" mit plus 3,4 Prozent, was vor allem durch höhere Prämien bei Versicherungen verursacht ist.

Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI 2005) wies ein Minus von 0,3 Prozent auf, nach plus 0,1 Prozent im Mai. Die Teuerungsrate des Preisindex für Pensionisten-Haushalte für Juni 2009 betrug 0,6 Prozent, nach 0,7 Prozent im Mai.

Inflation in Eurozone erstmals negativ
Die Inflation in der Eurozone ist erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen vor zwölf Jahren negativ ausgefallen. Die jährliche Teuerungsrate fiel im Juni auf minus 0,1 Prozent, gegenüber 0,0 Prozent im Mai, das heißt, es gibt eine Deflation. Damit sanken die Preise im statistischen Durchschnitt erstmals anstatt zu steigen.

Im EU-weiten Durchschnitt stiegen die Preise weiter: Die jährliche Inflationsrate der gesamten EU lag im Juni bei plus 0,6 Prozent, gegenüber 0,8 Prozent im Mai. Ein Jahr zuvor hatte die Teuerungsrate noch 4,3 Prozent betragen. Die niedrigsten jährlichen Raten weisen Irland (minus 2,2 Prozent), Portugal (minus 1,6 Prozent), Belgien, Spanien und Luxemburg (je minus 1,0 Prozent) auf; die höchsten Rumänien (5,9 Prozent), Polen (4,2 Prozent) und Litauen (3,9 Prozent).




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