10. Dezember 2007 10:46

Arbeiterkammer 

Invaliditätspensionen sinken stetig

Es wird immer schwerer, wegen Krankheit in die Pension zu kommen. Die Invaliditätspensionen sinken stetig.

Invaliditätspensionen sinken stetig
© APA

Die Invaliditätspensionen sind während der vergangenen Jahre nicht gestiegen, sondern sogar gesunken. Das hat eine Studie der Arbeiterkammer ergeben. Diesen Zahlen zu Folge sank die Zahl der Pensionen wegen geminderter Arbeitsfähigkeit seit dem Jahr 2000 um gut 20.000, auch die Zahl der Neuzuerkennungen ist um rund 2.000 zurückgegangen.

Der Grund für diese Einschätzung der Arbeiterkammer, die sich doch wesentlich von anderen Statistiken unterscheidet, ist die Einbeziehung der "vorzeitigen Alterspension wegen geminderter Erwerbstätigkeit", die im Zuge der Pensionsreform des Jahres 2000 abgeschafft wurde und danach in leicht abgeänderter Form in die Invaliditätspension integriert wurde. Jene Rentner, die unter diesem Titel in den Ruhestand getreten sind, werden nämlich in den Statistiken der Alterspension zugezählt, obwohl sie in Wahrheit als Invaliditätspension gelten müssten.

Zahlendreher durch Trick
Sieht man nun die Zahlen aus dem Jahr 2006 an, gab es 196.720 Invaliditätspensionisten im erwerbsfähigen Alter. Das sind deutlich mehr als 2000, wo 141.800 gezählt wurden. Nimmt man jetzt freilich jene Personen dazu, die wegen geminderter Erwerbsfähigkeit nach dem alten Pensionstyp in den Ruhestand getreten sind, drehen sich die Zahlen. Denn 2000 gab es 89.202 Pensionisten (im erwerbsfähigen Alter) unter diesem Titel, im Vorjahr nur noch 13.809. Gesamt sind so 2006 rund 20.500 Personen im erwerbsfähigen Alter weniger in einer Art Invaliditätspension gewesen als 2000.

Reduktion um etwa 30 Prozent
Auch bei den Neuzuerkennungen von gesundheitsbedingten Pensionen weist die AK-Statistik einen leichten Rückgang aus. Bei 57 bis 59 jährigen Männern ist die Zahl von 9.955 im Jahr 2000 auf 7.008 im Jahr 2006 gesunken, eine Reduktion um etwa 30 Prozent, die auf etwas verschärfte Zugangsvoraussetzungen zurückzuführen sein dürfte. Einen Anstieg gibt es hingegen bei den über 60-Jährigen, was die AK in erster Linie mit der Anhebung der allgemeinen Antrittsalters begründet. Der Anstieg geht von 1.773 im Jahr 2000 auf 3.279 im Jahr 2006, es ist also fast eine Verdoppelung zu verzeichnen.

Ärgerlich ist für die Arbeiterkammer auch, dass in Österreich bei der Auflistung der Invaliditätspensionen immer auch jene Personen eingerechnet werden, die das gesetzliche Pensionsalter schon überschritten haben, also so und so pensionsberechtigt wären. Würde man die letztere Gruppe wegzählen, wären es nur noch 210.000 Personen, die vorzeitig wegen Invalidität im Ruhestand sind.




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