02. Februar 2008 16:49

Vertragskonflikt 

Irak stoppt Öl-Transporte an OMV

Aus Protest gegen einen Vertrag mit der kurdischen Regionalregierung hat der Irak die Ölexporte an den österreichischen Erdölkonzern OMV gestoppt.

Irak stoppt Öl-Transporte an OMV
© Gepa

Diese Entscheidung des Bagdader Ölministeriums gelte schon seit dem 1. Jänner, erklärte am Samstag ein Ministeriumsmitarbeiter der US-amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press. Das irakische Ölministerium betrachtet die Verträge mit der faktisch autonomen Kurden-Region im Nordirak als illegal.

"Wir sind auf der sicheren Seite"
OMV-Sprecher Thomas Huemer wollte die Entscheidung der irakischen Regierung nicht kommentieren. Er bestätigte aber, die Entscheidung stehe im Zusammenhang mit einer Erdölexplorationslizenz, die die kurdische Regionalregierung der OMV erteilt habe. Die OMV sei wie andere internationale Firmen der Meinung, dass die irakische Verfassung solche Verträge erlaube. "Wir sind auf der sicheren Seite", betonte Huemer. Er verwies darauf, dass schon mehr als 15 internationale Firmen Verträge mit der kurdischen Regionalregierung abgeschlossen hätten, darunter US-amerikanische, norwegische und kanadische Unternehmen.

144.000 von 19 Mio. Tonnen
Auch den Lieferstopp sieht die OMV ihrem Sprecher zufolge gelassen. Die OMV habe bisher nur einen geringen Teil ihres Erdöls aus dem Irak importiert. Im Jahr 2006 seien dies 144.000 von insgesamt 19 Millionen Tonnen gewesen, sagte Huemer. Durch einen Exportstopp des Irak seien "überhaupt keine Schwierigkeiten" zu erwarten. Die OMV beziehe ihr Öl nämlich aus 15 verschiedenen Staaten. Außerdem werden diese Einkäufe über den Weltmarkt abgewickelt.

Das irakische Ölministerium hatte zuvor bereits aus dem gleichen Grund die Lieferungen an den südkoreanischen Konzern SK Energy gestoppt. Im Irak wird seit April über die Kontrolle der Öl- und Gasfelder gestritten. Wegen des Konflikts verzögert sich ein Gesetz, das ausländische Investitionen in diesem Gebiet regeln soll.




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