11. Februar 2008 11:06

Jetzt aufgedeckt 

Jahrelange Erpressung bei Liechtensteinischer Bank

Seit Jahren erpressten Ex-Mitarbeiter mit ihren Komplizen die Liechtensteinische Landesbank. Einer der Erpresser "arbeitete" in einem österreichischen Gefängnis.

Jahrelange Erpressung bei Liechtensteinischer Bank
© APA

Die Liechtensteinische Landesbank (LLB) wird seit Jahren erpresst. Ein ehemaliger Mitarbeiter und später dessen Komplizen haben die Bank mit entwendeten internen Belegen erpresst, die deutsche Bankkunden betreffen, wie die Landesbank am Montag mitteilte. Besonders dreist: Der Hauptverdächtige soll von einer Haftanstalt in Österreich aus sein Treiben fortgesetzt haben

Seit 2003 erpresst
Die Bank wurde ab 2003 von einem ehemaligen Mitarbeiter, der Unterlagen deutscher Kunden gestohlen hatte, unter Druck gesetzt. Der Mann drohte mit der Weitergabe von Daten an die Steuerbehörden und verlangte 18 Mio. Franken.

Der Täter wurde nach einer Strafanzeige verhaftet und sitzt im Strafvollzug. Wegen Unterschlagung von 270.000 Franken und versuchter Erpressung war er vom Liechtensteiner Kriminalgericht im April 2004 viereinhalb Jahre ins Gefängnis geschickt worden.

Aus der Haft in Österreich erpresste der frühere Vermögensverwalter die LLB jedoch weiter. Dafür wurde er Ende 2006 vom Liechtensteiner Landgericht zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht hatte damals auf Antrag der Bank unter Ausschluss der Öffentlichkeit getagt

Erpressungsgrund: Bankunterlagen Laut LLB betreffen die entwendeten Bankunterlagen einen kleinen Teil der deutschen Bankkunden mit Namenkonten. Diese Kunden seien der Bank bekannt und würden derzeit von der Bank informiert. Sie müssen unter Umständen wohl mit Nachfragen deutscher Finanzämter rechnen. Die LLB äußerte ihr Bedauern über diese Vorfälle und will laut der Mitteilung alles daran setzen, in Zusammenarbeit mit den Behörden ihre Kunden zu schützen.

Neun Millionen Euro Schweigegeld
Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete in seiner neuesten Ausgabe, die LLB habe ratenweise neun Mio. Euro Schweigegeld gezahlt. Der in Rostock inhaftierte Mann bestreite eine Erpressung entschieden, hieß es im Spiegel weiter.

Gut situierte Kunden aus Deutschland
Die vom Staat kontrollierte Landesbank ist die älteste von drei größeren Banken im Fürstentum Liechtenstein. Die Banken sind bei gut situierten Kunden gerade aus Deutschland beliebt. Das Bankgeheimnis des Fürstentums gilt als sicherer als das der Schweiz. Die LLB verwaltet insgesamt Vermögen im Wert von rund 60 Mrd. Franken (37,5 Mrd. Euro).




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