15. März 2008 09:07

Liechtenstein-Affäre 

Jetzt drohen brisante Enthüllungen in Österreich

Die Liechtensteinaffäre weitet sich immer mehr aus. Auch in Österreich soll es bald zu einigen Überraschungen kommen.

Jetzt drohen brisante Enthüllungen in Österreich
© REUTERS/Kim Kyung-Hoon, AP Photo/Keystone, Eddy Risch

Die Affäre um Steuerhinterziehungen mit Hilfe von Stiftungen in Liechtenstein wird sich nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" in den kommenden Wochen auf weitere europäische Länder ausdehnen. In den Räumen der Steuerfahndung Wuppertal untersuchten derzeit Beamte mehrerer nordrhein-westfälischer Finanzbehörden elektronische Dateien auf Hinweise über nicht in Deutschland steuerpflichtige Kunden der Vaduzer LGT-Bank, berichtete die Zeitung in ihrer Samstagsausgabe. "Die Fahnder sitzen zusammen und sichten, was sie rausgeben und was sie nicht rausgeben", hieß es demnach aus Kreisen der NRW-Landesregierung in Düsseldorf. "Insbesondere in Österreich wird es ein paar Überraschungen geben," kündigte ein Ermittler an.

Insgesamt vier, statt nur einer DVD
Anders als bisher bekannt, verfügten die deutschen Ermittler nicht nur über eine, sondern über insgesamt vier DVDs mit Daten aus Liechtenstein, berichtete die "SZ" weiter. Auf den Datenträgern befänden sich nach Angaben von Fahndern detaillierte Nachweise über liechtensteinische Stiftungen, die beispielsweise von Österreichern, Spaniern und Franzosen im Fürstentum angelegt wurden. Die Namen mehrerer hundert wohlhabender Ausländer sollen auf den Dateien sein, berichtete die "SZ" weiter. Auf den vier DVDs seien auch Daten diverser Bankhäuser in mehreren Ländern.

Steuerbehörde blickt nach Österreich
In den vergangenen Wochen hatten nordrhein-westfälische Steuerbeamte dem Bericht zufolge geprüft, ob im Ausland lebende deutsche Kunden der Bank noch in Deutschland steuerpflichtig sein könnten. Diese Fälle wurden aussortiert und sollen in den nächsten Monaten von den deutschen Steuerbehörden aufgearbeitet werden. "Insbesondere bei einigen der in den vergangenen Jahren nach Österreich verzogenen Stifter war das der Fall", sagte ein Ermittler der Zeitung.




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