05. Juni 2009 21:23

Wegen Ölpreis 

Jetzt steigen auch die Spritpreise

Am Freitag kletterte der Ölpreis erstmals seit sieben Monaten über die 70-Dollar-Marke. Hauptgrund dafür: Der Optimismus an den Märkten.

Jetzt steigen auch die Spritpreise
© EPA

Nach der Talfahrt im vergangenen Jahr steigt der Ölpreis rapide an: Am Freitag kostete ein Barrel Rohöl 70,32 Dollar, erstmals seit Herbst wurde die 70-Dollar-Marke übersprungen. Gegenüber dem Tiefstand im Dezember 2008 hat sich der Ölpreis sogar verdoppelt – damals kostete ein Barrel noch 35 Dollar.

Anstieg auf 85 Dollar?
Die Prognosen für die weitere Entwicklung sind unterschiedlich: Während Goldman Sachs, neben Morgan Stanley die einflussreichste Bank im Ölgeschäft, bis Jahresende sogar mit einem Preis von 85 Dollar je Barrel rechnet, glauben Analysten der Commerzbank an eine Korrektur nach unten auf 60 Dollar.

Kein plausibler Grund
Experten sagen, dass es für den Anstieg wegen geringerer Nachfrage und hoher Lagerbestände eigentlich keinen plausiblen Grund gäbe. Neben der stabileren Weltwirtschaftslage und dem zuletzt deutlich gesunkenen Dollar-Kurs dürfte vor allem der Optimismus an den Ölmärkten die Preise nach oben schnellen lassen.

Benzin teurer
Im Sog des Ölpreises dürften auch die Spritpreise bald kräftig steigen. Lydia Ninz vom Autofahrerclub ARBÖ geht davon aus, dass der Anstieg des Ölpreises keine direkte Auswirkung auf die Benzinpreise hat. Aber: „Die Spritpreise werden mit einer Verzögerung von drei bis sechs Monaten ebenfalls steigen“, sagt Ninz.

Am Freitag kostete ein Liter Diesel 0,954 Euro, der Preis für einen Liter Eurosuper kletterte auf 1,08 Euro. Wie sehr die Benzinpreise im Sog des Ölpreis-Anstiegs nach oben schießen, ist aber völlig unklar. „Das Problem ist, dass die Spritpreise jetzt schon kontinuierlich steigen, weil sie sich an den Rotterdamer Richtwerten orientieren. Hinzu kommt dann noch der Höhenflug des Ölpreises.“

Euro schützt vor Explosion
In Österreich sei die Auswirkung aber nicht ganz so dramatisch. „Zwar ziehen die Märkte nach oben, die Eurozone schützt uns aber vor einem ganz dramatischen Anstieg“, sagt Ninz.




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