24. Oktober 2008 12:56

Frächter sind empört 

Jetzt wird der Diesel knapp

Lieferengpass für Diesel: Österreichs Frächter sind sauer, da ihnen zu wenig Sprit geliefert wird. Die OMV ist im Visier der Kritik.

Jetzt wird der Diesel knapp
© APA

Österreichs Frächter sind sauer auf die OMV. Beim Fachverband Güterbeförderung stapeln sich inzwischen die Protestschreiben der Mitglieder, die zu wenig und/oder zu teueren Diesel erhalten haben. Wie berichtet hat die Mineralölfirma wegen eines Brands in der Raffinerie Schwechat und wegen Niedrigwassers auf der Donau nach Eigenangaben derzeit mit Lieferverzögerungen zu kämpfen.

Bei einigen Betrieben sollen bald die ersten Lkw still stehen, da ihre Tanks leer sind. So berichtet ein Frächter aus dem oberösterreichischen Hörsching, dass er keinen Diesel erhalten habe, andere Transporteure aus der Region sprechen davon, dass nur ein Viertel der georderten Menge angeliefert wurde. An öffentlichen Tankstellen lasse man die Lkw nicht tanken, da die Pächter den Diesel für ihre Pkw-Stammkundschaft bräuchten. Lkw-Betreiber haben im Regelfall ihre eigene Betriebstankstelle.

Und wenn Diesel angeliefert wird, dann ist er überteuert, ärgern sich Betroffene. "Ich bezahle im Einkauf mehr als diverse Tankstellen in der Umgebung als Netto-Verkaufspreis anbieten", beschwerte sich etwa ein niederösterreichischer Güterbeförderer. Und ein Salzburger Mineralölhändler ergänzte: "Wir kaufen jeden Tag ca. einen Tankzug Diesel ein. Es ist so, dass die Konzerne - vor allem OMV - wieder einmal die Situation extrem ausnützen." Normalerweise gebe es zwischen den einzelnen Diesellieferanten (Rissbacher, Shell, OMV, BP, Raiffeisen) Preisunterschiede von 10 bis 30 Cent pro 100 Liter - momentan seien es bis zu 5 Cent pro 1 Liter.

Bei Mineralölhändlern und Frächtern wird inzwischen vermutet, dass Diesel bewusst zurückgehalten wird, um die Preise zu treiben. Dies hat die OMV bereits heftig dementiert. "Wir halten uns an die Regeln", hieß es.

Ölpreis sinkt
Der Rohölpreis ist von seinem Rekord von rund 147 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) im Juli auf unter 70 Dollar gesunken. Mit dem am Freitag gesetzten Schritt sollte der rapide Preisverfall abgebremst und eine Stabilisierung bei rund 80 Dollar je Barrel erreicht werden. In Reaktion auf die heutige Entscheidung der OPEC-Länder ist der US-Ölpreis am Freitag aber weiter gefallen. Im New Yorker Computerhandel sank der Preis für ein Barrel um 3,99 Dollar auf 63,85 Dollar.

Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) kürzt ab 1. November ihre Förderung, um den seit Monaten andauernden Preisverfall bei Rohöl zu stoppen. Die Produktion soll um 1,5 Millionen Barrel pro Tag gesenkt werden, teilte der algerische Ölminister und amtierende OPEC-Präsident Chatib Khelil heute, Freitag, nach der Sondersitzung in Wien mit. Es gebe zur Zeit "zu viel Öl auf dem Markt" und die Ölvorräte seien "sehr groß", meinte Khelil.




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