04. August 2009 16:15
Die zu UniCredit gehörende Bank Austria hat im ersten Halbjahr 2009 unterm
Strich 833 Mio. Euro Nettogewinn gemacht. Die Rezession und damit verbunden
höhere Vorsorgen für faule Kredite ließen den Periodenüberschuss damit um 21
Prozent unter das Vorjahresniveau sinken. Im Osten fährt die Bank ein
massives Sparprogramm. In den ersten sechs Monaten wurden bei den
Osttöchtern heuer 2.568 Jobs abgebaut. Hauptsächlich in den jüngeren
Akquisitionen in der Ukraine (1.557) und in Kasachstan (538).
Beim Betriebsergebnis meldete die Bank Austria am Dienstagnachmittag einen
Anstieg um 51,3 Prozent auf mehr als 2 Mrd. Euro. Ein Teil des
Betriebsgewinns wurde aber durch die Risikokosten aufgefressen: Der Aufwand
für das Kreditrisiko musste auf 1,009 Mrd. Euro verdreifacht werden.
Für das stärkere Ergebnis macht die Bank höhere Betriebserträge (plus 18
Prozent) und geringere Aufwendungen dank der Kostensenkungen in Osteuropa
und Konzern-Synergien (minus 5,6 Prozent) verantwortlich.
Investmentbanking schreibt schwarze Zahlen
Das Handelsergebnis -
im Vorjahr mit minus 198 Mio. Euro tief im roten Bereich - brachte heuer bis
Juni wieder 272 Mio. Euro Gewinn. Auch das Investmentbanking ließ die
Verluste hinter sich und schrieb wieder schwarze Zahlen. Der
Hauptergebnisträger Zinsüberschuss legte um gut ein Zehntel auf 2,56 Mrd.
Euro zu.
Bank Austria-Chef Erich Hampel sprach in einer Medienmitteilung von einem
"äußerst widerstandsfähigen operativen Geschäft", wie sich auch jetzt im
globalen Konjunktureinbruch herausstellte.
"Wir sind uns der Risiken in Zentral- und Osteuropa bewusst", ergänzte
Hampel. In Osteuropa sank der Nettogewinn - vor allem wegen der
Kreditvorsorgen - im Jahresvergleich von 744 auf 593 Mio. Euro. Bank
Austria-Vizechef Federico Ghizzoni sieht die Bank "optimal positioniert" und
nach den neuen Zahlen unter Beweis gestellt, dass man mit den derzeitigen
Marktgegebenheiten zurecht komme.
Reduziert wurde der Personalstand. Die Mitarbeiterzahl ist im Bank Austria
im Jahresvergleich (Juni zu Juni) von 67.462 auf 64.372 gesunken.
In Zentral/Osteuropa waren zur Jahresmitte 53.491 Leute tätig, nach Bank
Austria-Angaben ein Rückgang um 2.568 seit Ultimo 2008.
Ukraine und Kasachstan
Den stärksten Mitarbeiterabbau gab es
dabei in den ersten sechs Monaten in der Ukraine, wo 1.557 der zuletzt
10.700 Jobs dem Sparstift zum Opfer fielen, und in Kasachstan, wo 538 von
zuletzt 5.700 Mitarbeiter gehen mussten.
Die Bilanzsumme der Bank Austria betrug zum 30. Juni 207,7 Mrd. Euro. Das
war ein Rückgang um 6,5 Prozent zum Ultimo 2008.