07. Mai 2009 10:50

Arbeiterkammer-Test 

Käufer mit Schrottprämie reingelegt

Einige Autoverkäufer wälzen die Verschrottungsprämie auf die Kunden ab, obwohl sie sie selbst zu zahlen hätten - Das ergibt eine Studie der Arbeiterkammer.

Käufer mit Schrottprämie reingelegt
© dpa - bildfunk

Ein Test der Arbeiterkammer unter 20 Autohändlern in Wien, Niederösterreich, Graz und Linz zeigt: Jedes fünfte getestete Autohaus hat seinen Rabatt gesenkt, nachdem der Testkäufer die Verschrottungsprämie wollte. Die AK warnte schon bei der Einführung davor. Es geht dabei in der Regel um 250 Euro jenen Betrag, den der Händler zur Prämie beisteuert. Durch die Reduktion des Preisnachlasses zahlt der Autokäufer die Prämie quasi selbst.

Die Verschrottungsprämie gibt es seit 1. April und soll bis Jahresende gelten. Wer sich ein neues Auto kauft, bekommt für sein altes 1.500 Euro. Voraussetzung dafür ist: Das alte Auto wurde vor dem 1. Jänner 1996 zugelassen und hat ein gültiges Pickerl. Die Prämie teilt sich auf: Bund und Branche zahlen sie. Abgewickelt wird sie über den Autohändler. Der Konsument bekommt die 1.500 Euro Verschrottungsprämie vom Finanzamt.

Kunde hat das Nachsehen
Für den Käufer werden die Neuwagen daher nicht so günstig, wie erhofft. Wenn er die Verschrottungsprämie in Anspruch nehmen will, gewährt ihm der Händler eben einen geringeren Rabatt als anderen Kunden.

Pseudo-Käufer im Einsatz
Auf Grund mehrerer Konsumentenbeschwerden war die Wiener Mystery Shopping Agentur Sales Crew im Auftrag der AK unterwegs. Die Tester zeigten sich interessiert am Kauf von Mittelklasse-Pkw - Skoda Octavia, VW Golf, Peugeot 207, Mazda 2, Ford Fiesta. Nach eingehenden Preisverhandlungen meinten sie, dass sie eventuell auch die Verschrottungsprämie in Anspruch nehmen werden.

Käufer zahlte Händler-Anteil
Bei Mazda hat einer von vier Händlern erklärt, den 250-Euro-Anteil an der Verschrottungsprämie selbst tragen zu müssen. Nutzt der Kunde die Verschrottungsprämie, erhält er genau um diesen Betrag weniger Rabatt. Bei Skoda wurde bei einem von vier Autohäusern der Händleranteil von 250 Euro auf den Endkaufpreis aufgeschlagen. Bei Peugeot haben zwei von vier Händlern den Rabatt reduziert, als der Kunde meinte, er wolle die Verschrottungsprämie. Einmal wurde um 250, im anderen Fall um 150 Euro reduziert. Es wurde in beiden Fällen klar darauf hingewiesen, dass der Kunde den Händler-Anteil tragen muss. Außerdem zeigte sich, dass zehn der 20 getesteten Händler im Verkaufsgespräch die Verschrottungsprämie selbst ansprachen, die anderen nicht.

Die AK fordert die Autohändler auf, die mit dem Bund vereinbarte Selbstverpflichtung bei der Finanzierung der Verschrottungsprämie auch tatsächlich einzuhalten. Eine Überwälzung auf die Konsumenten dürfe es nicht geben.




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