28. Juli 2008 15:38

Arbeitsmarktgipfel 

Kein Konjunkturpaket - Entlastung weiter offen

Der Arbeitsmarktgipfel einigte sich am Dienstag darauf, kein Konjunkturpaket auf den Weg zu schicken.

Kein Konjunkturpaket - Entlastung weiter offen
© APA

Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V), AMS und Wirtschaftsforscher einigten sich allerdings darauf, dass es einen Teuerungsausgleich geben soll. Wie dieser aussehen soll, blieb aber nach dem Treffen offen. Bartenstein verwies darauf, dass Finanzminister Wilhelm Molterer (V) in den nächsten Tagen entsprechende Vorschläge unterbreiten werde.

Mehr Qualifizierungsangebote
Bartenstein ließ durchblicken, dass die Qualifizierungsangebote für Arbeitslose wieder ausgebaut werden sollen, zusätzliche Mittel dafür hält er aber nicht für erforderlich. Auch ein weiterer Arbeitsmarktgipfel sei nicht geplant, schließlich gehe es ja nicht um eine Gipfelreihe, sondern um eine Reaktion auf mehrere schlechte Nachrichten aus der Wirtschaft. Wie berichtet wollen u.a. Infineon, Siemens, BAWAG, Telekom Austria, Bank Austria, Hämmerle und Glanzstoff Jobs abbauen. Rund 2.500 Arbeitsplätze könnten alleine bei diesen Firmen in den nächsten Jahren verloren gehen.

Bartenstein betonte einmal mehr, dass Österreich in eine Phase des gedämpften, aber robusten Wachstums komme, was zu einer Verflachung des Rückganges der Arbeitslosenzahlen führen werde. Für heuer erwartet er ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent.

Entwarnung vom AMS Wien
Dort rechnet man mit einer stabilen Entwicklung. Zwar werde sich das abflauende Konjunkturhoch auch auf die Arbeitsmarktlage auswirken, im laufenden Jahr jedoch sollten die Arbeitslosenzahlen noch nicht oder nur geringfügig steigen. Die Arbeitslosenquote in der Bundeshauptstadt nach nationaler Berechnung liegt derzeit bei 7,2 Prozent, vor einem Jahr waren es 8,1 Prozent. Die gemeldeten offenen Stellen habe sich in den ersten sechs Monaten 2008 um 17,6 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2007 erhöht.

Laut jüngsten Zahlen der Statistik Austria boomen allerdings nicht die Vollzeit-Jobs, sondern die Teilzeitarbeit. Betroffen sind dabei in erster Linie Frauen. Insgesamt wurde im Vorjahr mit 908.900 Teilzeitbeschäftigten ein neuer Rekordwert erreicht. 2004 war diese Zahl noch bei 736.000 gelegen, was einer Steigerung von 23,5 Prozent entspricht. Im ersten Quartal 2008 stieg die Zahl der Teilzeitbeschäftigten unterdessen auf einen neuen Höchstwert von 934.800. Die Teilzeitquote kletterte damit auf 23,3 Prozent.




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