20. Mai 2008 20:16

Nach Börsenrückzug 

Keine Einigung bei Abfindung bei Bank-Austria

Der Börsenhandel der Bank Bank wurde ab Mittwoch eingestellt. Über die Höhe der Abfertigung wird jedoch noch gestritten.

Keine Einigung bei Abfindung bei Bank-Austria
© APA

Was am Dienstag bereits bekannt wurde, bestätigte die Bank Austria (BA) am Mittwoch offiziell: Die Börsennotierung der Bank wird offiziell beendet. An der Börse wird der Handel mit BA-CA-Aktien bereits ab heute eingestellt. Das Handelsgericht Wien hat am Mittwoch den Beschluss der Hauptversammlung der Bank Austria Creditanstalt AG vom 3. Mai 2007 auf Ausschluss aller Inhaberaktien haltenden Minderheitsaktionäre im Firmenbuch eingetragen und damit alle Verfahren gegen Beschlüsse dieser Hauptversammlung beendet sind, teilte die Bank am Mittwoch mit.

Streit über Abfertigungshöhe
Die Einigung der Bank Austria mit ihren streitbaren Kleinaktionären bezieht sich jedoch nur auf die Möglichkeit der Bank, die Abspaltung im Firmenbuch einzutragen und die Aktien von der Börse zu nehmen. Der Streit über die Höhe der Abfindung werde hingegen vollinhaltlich weitergeführt, teilte Alexander Proschofsky, Vertreter von Bank-Austria-Kleinaktionären, am Mittwoch mit.

Die Bank Austria-Mutter, die italienische UniCredit, teilte heute mit, dass sie das Hinausdrängen der Minderheitsaktionäre insgesamt voraussichtlich 1,045 Mrd. Euro kosten wird. Sie erwartet eine Abschluss bis Ende Juli

Höhere Abfertigung gefordert
Nach intensiven Verhandlungen mit der UniCredit sei es gelungen, eine Zwischenlösung zu finden, die es den Minderheitsaktionären ermöglicht habe, ihre Anfechtungsklage gegen die Beschlüsse der Hauptversammlung aufzugeben und damit die Eintragung des Squeeze-Out im Firmenbuch zu erreichen, so Proschofsky. Voll inhaltlich weiter geführt werde hingegen der Streit um die Höhe der Barabfindung. Die kritischen Kleinaktionäre hatten bereits bei der HV höhere Abfindungspreise verlangt. Polygon verlangte damals mindestens 170 Euro, die Proschofsky-Gruppe sah den realistischen Wert um die 200 Euro.

Einigung am Dienstag
Wie am Dienstagabend berichtet wurde, hat sich die Bank-Austria-Haupteigentümerin UniCredit - die noch 96,5 Prozent hält - mit den vier Anfechtungsklägern gegen den Squeeze-out (Ausschluss) der Kleinaktionäre geeinigt. Alle vier Klagen gegen die Eintragung ins Handelsregister seien erledigt und zurückgezogen, hieß es darin.

Die Mailänder UniCredit bietet der Zeitung zufolge dem Streubesitz 129,4 Euro je Aktie; in Summe würde das die Bank 954 Mio. Euro kosten. Die Kläger waren der Fonds Polygon, Cube-Invest-Chef Alexander Proschofsky, PI Power unter Rudolf Krtina und Investoren der Londoner Convisor.

Keine Bewegung in der Aktie
Die Bank war lange Zeit eines der Schwergewichte der Wiener Börse. Seitdem UniCredit Konzernmutter ist und nur mehr rund dreieinhalb Prozent der Bank Austria-Aktien im Free Float waren - und dieser Streubesitz zudem um höhere Abfindungen kämpfte - war nicht mehr viel Bewegung in der Aktie. Nicht betroffen vom Squeeze-out sind die Namensaktien von Betriebsratsfonds und AVZ-Stiftung.

Der Abschied von der Börse passiert wegen des Streits mit dem Streubesitz fast ein Jahr später als von UniCredit ursprünglich ins Auge gefasst. Und er erfolgt nur wenige Wochen nach dem endgültigen Aus für den Namens- und Markenbestandteil "Creditanstalt".

Es ist gar nicht so lange her, dass die Bank Austria - freilich noch unter ihrer alten Eigentümerin und nunmehrigen "Schwester" im UniCredit-Konzern, der bayerischen HypoVereinsbank (HVB), an der Wiener Börse wieder eingeführt worden war. Im Juli 2003 war es die größte Neuemission in Wien im damaligen Jahresverlauf. Mit "Welcome back home" hatte der seinerzeitige Börsevorstand damals am 9. Juli 2003 die BA-CA nach zweieinhalb Jahren Marktabsenz an der Wiener Börse zurück begrüßt. Inzwischen ist die Bank Austria unmittelbarer Teil der UniCredit und die Italiener betrieben seit vorigem Jahr den "Rausschmiss" der Streubesitzaktionäre.




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