20. März 2008 10:14

Börsengang erwägt 

Knapp will jährlich 250 neue Jobs schaffen

Der Grazer Logistik-Systemhersteller Knapp erwägt den Börsengang. Zudem möchte man jährlich 250 neue Arbeitsstellen schaffen.

Knapp will jährlich 250 neue Jobs schaffen
© Knapp Logistik

Der Grazer Logistik-Geräte-Hersteller Knapp will seinen Mitarbeiterstand massiv ausbauen, prüft Zukäufe und erwägt jetzt auch einen Börsegang. Wie Firmenchef Eduard Wünscher erklärte, sollen in den nächsten Jahren jährlich 250 Mitarbeiter dazu kommen, der Großteil davon am Hauptstandort. International will Knapp dagegen auch über Zuläufe expandieren. Abhängig von der Größe einer Akquisition werde man die Finanzierungsmöglichkeiten prüfen, so Technik-Chef Karl Freudelsperger.

Umsatzverdoppelung bis 2013
Derzeit beschäftigt das Unternehmen 1.438 Mitarbeiter, davon 1.320 in Österreich und steht zu 74 Prozent im Eigentum der Familie Knapp bzw. zu 26 Prozent im Besitz der beiden Manager. Der Auftragseingang lag zuletzt bei 220 Mio. Euro. Im laufenden Geschäftsjahr 2007/08 (endet mit 31. März) will Knapp den Umsatz von 178 auf knapp 200 Mio. Euro steigern. 2008/09 sind rund 230 Mio. Euro das Ziel. Das Vorsteuerergebnis lag zuletzt laut der im Firmenbuch veröffentlichten Bilanz 2006/07 bei 9,9 Mio. Euro, 2,1 Mio. Euro über jenem der Vorjahresperiode. In fünf Jahren habe man den Umsatz verdoppelt, bis 2013 solle das noch einmal gelingen, sagte Wünscher. Der Gewinn soll dabei überproportional steigen.

70 Prozent Marktanteil
Knapp baut Maschinen für Lagerlogistik, etwa Förderbänder, Kommissionierautomaten, Roboter, Sortiermaschinen oder Lagersysteme und bietet mittlerweile auch die Software zur Steuerung der Lagerlogistik an. Der Gesamtmarkt für Lagerlogistik weltweit soll von derzeit rund 25 Mrd. Dollar bis 2015 auf 41,2 Mrd. Dollar (27,1 Mrd. Euro) anwachsen. Knapp spezialisiert sich auf einige technische aufwendige Bereiche, etwa Pharma, Tabak, Kosmetik, Büroartikel, Lebensmittel, Mode, Optik und Versandhandel. In diesen Bereichen sei man teilweise bereits Weltmarktführer, erklärte Freudelsperger. Am Pharma-Sektor etwa liege Knapps Marktanteil in der Lagerlogistik bei 70 Prozent.

Zusätzliches Outsourcing
Zunehmend setzt das Unternehmen auf Outsourcing und betreibt das gesamte Lager dann auch selbst, so etwa für den internationalen Schuhersteller Clarks. Von derzeit 9 Prozent solle dieses Service-Geschäft in den nächsten zwei bis drei Jahren auf 15 Prozent ansteigen, sagte Wünscher. Mit Akquisitionen will Knapp in Reaktion auf den schwachen Dollar in nächster Zeit vor allem sein Europageschäft stärken. Gleichzeitig plant das Unternehmen aber auch die Expansion in Asien. In China ist Knapp laut Wünscher gerade dabei eine Niederlassung zu gründen, In Indien will das Unternehmen mit einem industriellen Partner von der Region Mumbai aus starten.

Börsengang überlegt
Bisher habe man die Expansion aus dem Cash Flow finanziert. Die Eigenkapitalquote des Unternehmens liegt bei etwa 30 Prozent. Wenn die Wachstumsmöglichkeiten nun 10 Mio. Euro überschreiten sollten, müsse man neue Finanzierungen überlegen. Neben Bankenfinanzierungen sei auch ein Börsegang nicht ausgeschlossen. Im aktuellen Umfeld sei das "kein Thema", in ein bis zwei Jahren könnte ein IPO aber ein Thema werden, so Wünscher. Ziel ist es die Eigenkapitalquote trotz Expansion bei 30 Prozent zu halten.

Für das Wachstum sucht das Unternehmen jetzt auch neue Mitarbeiter. Die Zahl der Lehrlinge von etwas mehr als 20, allesamt Mechatroniker, will das Unternehmen jetzt verdoppeln. Dazu bietet Knapp seinen Lehrlingen mit Kursen im Betrieb den Maturaabschluss und später auch die Weiterbildung an.




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