29. Oktober 2008 12:06

Anno 2008 

Kommunalkredit droht Minus von 200 Mio. Euro

Dazu kommt kurzfristig dringender Liquiditätsbedarf von an die 300 Mio. Euro. Insgesamt könnte man heuer noch 2 Mrd. benötigen.

Kommunalkredit droht Minus von 200 Mio. Euro
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Dem Gemeindefinanzierer Kommunalkredit, der zur Hälfte der Volksbank AG gehört, droht heuer ein Verlust von 150 bis 200 Mio. Euro statt eines noch bis vor kurzem erwarteten Gewinns von rund 70 Mio. Euro. Laut "Standard" besteht wegen Rückzahlungsverpflichtungen im Zusammenhang mit Anleihen kurzfristig dringender Liquiditätsbedarf von 200 bis 300 Mio. Euro. Insgesamt könnte man heuer noch 2 Mrd. Euro benötigen. Aus dem Grund wird auch über einen Einstig des Bundes bei der Kommunalkredit verhandelt.

Schuld ist Finanzkrise
Offensichtlich leidet die Kommunalkredit bei ihrer Refinanzierung stark unter den ausgetrockneten Geld- und Kapitalmärkten. Sofern die Märkte bald wieder funktionstüchtig sind - was eigentlich durch die weltweit geschnürten Banken-Hilfspaket erhofft wurde -, könnte auch der Verlust der Kommunalkredit niedriger ausfallen.

Island und Zypern
Zuletzt war bezüglich der Kommunalkredit unter anderem von rund 200 Mio. Euro Belastungen aus Island-Engagements die Rede. Nun soll ein Epizentrum der Probleme aber in Limassol auf Zypern liegen. Dort ist die 100-Prozent-Tochter Kommunalkredit International Bank daheim, und über Limassol laufen alle internationalen Kapitalmarktgeschäfte, die nicht mit Österreich, der Schweiz oder Osteuropa zu tun haben. Jahrelang war die Zypern-Bank Cash-Cow der Gruppe, sie soll Milliarden an billigem Geld geholt, Anleihen gezeichnet und auch CDO's (Credit Default Swaps) in Milliardenhöhe übernommen haben.

Platzer zurückgetreten
Der Generaldirektor der Kommunalkredit, Reinhard Platzer, hat seinen Sessel als Aufsichtsratschef der slowakischen Tochter Dexia Banka Slovensko räumen müssen. "Platzer hat seine Funktion als Aufsichtsratschef der slowakischen Tochter zurückgelegt", hieß es bei der Kommunalkredit in Wien ohne Angabe von Gründen. Die slowakische Bank soll Verluste aus Devisengeschäften in der Höhe von 82 Mio. Euro eingefahren haben.




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