24. November 2008 11:44

475 sollen gehen 

Konflikt bei Siemens PSE droht zu eskalieren

Wegen einer Umstrukturierung droht 475 Mitarbeitern die Kündigung. Am kommenden Dienstag gibt es eine Betriebsversammlung.

Konflikt bei Siemens PSE droht zu eskalieren

Die Verschnaufpause im Arbeitskonflikt um 2.400 Mitarbeiter der Siemens-Softwaresparte PSE in Österreich dauerte nur kurz. Wie am Wochenende bekannt wurde, plant der Münchner Konzern eine neue zentrale Struktur für den Softwarebereich. Das geplante Software-Haus soll dann 3.000 Entwickler haben. Weltweit umfasst die Softwareentwicklung aber laut PSE-Österreich-Betriebsratschef Ataollah Samadani 7.000 "Siemensianer".

Wie berichtet sollen in Österreich weitere 475 Mitarbeiter - 500 mussten bereits gehen - laut Belegschaftsvertretung abgebaut werden. Dagegen hatten die Mitarbeiter erst zuletzt in Wien-Floridsdorf protestiert. Daraufhin wurde eine Unterredung zwischen Österreich-Chefin Brigitte Ederer und Samadani vereinbart. Das Treffen findet am Dienstag statt, doch Samadani setzt darauf, nach der jüngsten Entwicklung, wenig Hoffnung.

Der Betriebsrat hat daher vorerst für Dienstagnachmittag eine Betriebsversammlung in Wien-Favoriten anberaumt.

Bewährungsstrafe und Gefängnis wegen verdeckter Millionenzahlungen von Siemens
Mit einer Verurteilung zu viereinhalb Jahren Gefängnis und einer Bewährungsstrafe ist am Montag in Nürnberg der Prozess um verdeckte Millionenzahlungen des Elektrokonzerns Siemens an die Arbeitnehmerorganisation AUB zu Ende gegangen.

Der frühere AUB-Chef Wilhelm Schelsky wurde vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth wegen Beihilfe zur Untreue und Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Der frühere Siemens-Zentralvorstand Johannes Feldmayer erhielt wegen Untreue und Steuerhinterziehung eine Strafe von zwei Jahren Haft auf Bewährung sowie eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen a 80 Euro.

Schelsky, der seit Februar 2007 in Untersuchungshaft sitzt, hatte mit Feldmayer einen Vertrag geschlossen, wonach Siemens zwischen Jänner 2001 und November 2006 mehr als 30 Mio. Euro für den Aufbau der AUB zahlte. Die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) sollte eine Gegenmacht zur einflussreichen Gewerkschaft IG Metall im Konzern bilden.




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