12. Februar 2008 08:59

30 Euro/Aktie 

Kovats A-Tec verkauft Cumerio-Anteile an Affinerie

Der Mischkonzern A-Tec des österreichischen Investors Mirko Kovats hat seine Anteile an der belgischen Kupferhütte Cumerio der Norddeutschen Affinerie (NA) angeboten.

Kovats A-Tec verkauft Cumerio-Anteile an Affinerie
© TZ Oesterreich Bieniek Achim

Nach monatelangem Tauziehen um die von der Norddeutschen Affinerie (NA) angestoßene Neuordnung der europäischen Kupferindustrie hat der österreichische Industrielle Mirko Kovats nachgegeben. Der von ihm kontrollierte Mischkonzern A-Tec akzeptierte das Übernahmeangebot der Affinerie für die belgische Kupferhütte Cumerio von 30 Euro je Aktie. Zu diesem Preis seien alle Cumerio-Anteile der A-Tec sowie die einer Privatstiftung der NA angeboten worden, teilte Kovats am Dienstag in Wien mit. Insgesamt sind das 25 Prozent.

NA begrüßte Entscheidung der A-Tec
Sie sei im Sinne der Aktionäre der NA und von Cumerio. "Es zeigt auch, dass unsere Einschätzung, dass A-Tec tendern wird, richtig war", sagte eine Sprecherin. NA-Chef Bernd Drouven hatte mehrfach an Kovats appelliert, das Angebot anzunehmen. Wenn er die Übernahme vereitele, würde das zu einem starken Rückgang des Aktienkurses von Cumerio führen, und damit zu einem Wertverlust auch für ihn selbst.

Bis Freitag hofft die NA darauf, mindestens 80 Prozent der Cumerio-Anteile einsammeln zu können. Sie besitzt bereits knapp 30 Prozent an dem belgischen Konkurrenten. Insgesamt will sich der Hamburger Konzern die Übernahme bis zu 780 Millionen Euro kosten lassen. Das Offert läuft am Freitag aus.

Beteiligung zu Sperrminorität ausgebaut
Kovats war im vergangenen Jahr bei Cumerio eingestiegen und hatte seine Beteiligung zu einer Sperrminorität ausgebaut. Er verlangte mehr Einfluss auf die Affinerie und strebte zwei Aufsichtsratsmandate bei dem norddeutschen Unternehmen an, was dieses ihm verweigerte. Nach langem Gezerre hatte Kovats vor kurzem bereits erkennen lassen, dass er sein Cumerio-Paket möglicherweise doch verkaufen könnte. Kovats ist mit knapp 14 Prozent größter Einzelaktionär der NA, kann bis zur Klärung kartellrechtlicher Fragen aber nur fünf Prozent ausüben. Um Bedenken des deutschen Bundeskartellamts gegen eine Aufstockung bei der NA auf mehr als 20 Prozent zu zerstreuen, hatte Kovats sogar seine Bereitschaft erklärt, sich von Teilen seiner Kupferproduktion im österreichischen Brixlegg zu trennen.

Erst vergangene Woche hatte die Stadt Hamburg fünf Prozent plus eine Aktie an der NA erworben, um den Standort der Kupferhütte in der Hansestadt zu sichern. Die NA hatte den Termin für ihre Hauptversammlung kürzlich vorgezogen, um den Einfluss ihres ungeliebten Großaktionärs A-Tec zu begrenzen. Die Aktionäre sollen auf ihrem Treffen Ende Februar eine Satzungsänderung beschließen, durch die wichtige Entscheidungen künftig nur mehr mit 75 Prozent gefasst werden können. Bisher reichen dafür 50 Prozent der Aktionärsstimmen.

Die A-Tec-Aktie legte nach Börsebeginn in Wien bis gegen 9.45 Uhr um 3,6 Prozent auf 61,11 Euro zu.




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