25. November 2009 12:27

Skandal 

Krankenstandsdaten von Postlern erfragt

Auch bei der Post gab es Einholungen von Diagnosen und Rückkehrgespräche nach Krankenständen.

Krankenstandsdaten von Postlern erfragt
© APA

Ein weiterer Skandal um Krankenakten und Diagnosen von Mitarbeitern erschüttert Österreich. Nach der ÖBB soll sich auch die Österreichische Post AG Diagnosen ihrer Mitarbeiter übermitteln haben lassen. Konkret wandte sich eine Wiener Ärztin an NEWS, weil sie per Formular die Diagnosen ihrer Patienten (Post-Mitarbeiter) auszustellen hatte. Insgesamt liegen ihr mehr als 50 Fälle vor. Die letzte Diagnose-Übermittlung passierte Mitte Oktober 2009. Die Post dementierte die Vorwürfe, räumte aber ein, dass es Einzelfälle, allerdings mit deutlich veralteten Krankenstandsbestätigungen gibt.

Post-Dementi
"Dem Vorstand der Post AG wurden keinerlei systematische Abweichungen zur Kenntnis gebracht und es kann somit nicht von einem generellen Problem ausgegangen werden", heißt es in einer Aussendung. Bei den von dem Boulevardmagazin genannten Formularen handle es sich um veraltete Dokumente aus den 80er Jahren, die von einzelnen Mitarbeitern adaptiert wurden. Es existieren im Unternehmen keine offiziellen Formblätter für Krankenstandsbestätigungen. Alle Dienststellen der Post wurden informiert, dass eine Verwendung allenfalls vorhandener firmeninterner Vordrucke für Krankenstandsbestätigungen ausnahmslos untersagt ist, heißt es in einer Aussendung.

Rückkehrgespräche
Zudem soll es auch bei der Post sogenannte Rückkehrgespräche nach Krankenständen gegeben haben und immer noch geben. Dabei werden die Mitarbeiter offenbar extrem unter Druck gesetzt und über intime Details ausgefragt. Hier widerspricht Post-Sprecher Michael Homola gegenüber NEWS: "Es gibt keine flächendeckenden Rückkehrgespräche. Sie finden nur dort statt, wo es auffällige Mitarbeiter gibt. Wenn jemand einmal im Jahr krank wird, dann wird keiner zu einem Gespräch geladen."

Immerhin, die Krankendaten dürften nicht wie in der ÖBB-Causa systematisch gespeichert worden sein. Der Betriebsrat führte Stichproben in Personalakten durch, ob es Vermerke zu Krankenständen und Diagnosen gibt. Gefunden wurde in den Test-Fällen nichts.




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |