12. Februar 2009 06:53

Finanzdebakel 

Krise kostet jeden Österreicher 10.000 Euro

Um die 10.000 Euro an Schaden hat jeder Österreicher in Folge der internationalen Finanzkrise bislang zu verdauen.

Krise kostet jeden Österreicher 10.000 Euro
© Getty

Die Schreckensmeldungen aus der internationalen Finanzwelt nehmen kein Ende – laut Internationalen Währungsfonds kosteten die Auswirkungen des Desasters weltweit über 2,2 Billionen Dollar. Und darin sind staatliche Konjunkturhilfen und Bankenpakete nicht einmal enthalten. Doch so irrational diese Summen in Folge des Kollaps der globalen Finanzwelt auch sein mögen, für den heimischen Kleinanleger sind die Auswirkungen in der Brieftasche und auf dem ­Depot schmerzhaft spürbar.

Kurse im Keller
Allein an der Wiener Börse ging die Marktkapitalisierung von 136 Mrd. Euro im Februar 2008 auf nunmehr 52 Mrd. Euro zurück. Damit lösten sich wegen der starken Kursverluste rund 84 Mrd. Euro in Luft auf – umgerechnet sind das 10.000 Euro je Einwohner in nur einem Jahr. Und welches Vermögen zusätzlich mit ausländischen Aktien vernichtet wurde, ist bislang noch unbekannt.

Doch auch wenn kaum drei Prozent der Österreicher Aktien besitzen, so sind die Verluste hoch. „Es gibt Aktionäre, die bis zu 200.000 Euro verloren haben“, so Anlegerschützer Wilhelm Rasinger. Allein bei der von der Arbeiterkammer gegen den Finanzdienstleister AWD angestrengte Sammelklage beträgt der Schadensfall auf Grund der in den Keller gerasselten Kurse rund 10.000 Euro pro Person. Rasinger: „Am stärksten betroffen sind jene, die groß in Immo-­Aktien engagiert waren.“

Rote Fondsbilanz
Ebenso düster sieht es bei Investmentfonds aus – allein die 3.364 heimischen Fonds verloren im Vorjahr 37,7 Mrd. Euro an Wert. Freilich sind von diesen Verlusten überwiegend institutionelle und internationale Investoren betroffen, allerdings darf nicht vergessen werden, dass immerhin rund 9 Prozent aller privaten Haushalte auch Fonds besitzen.

Glück im Unglück, dass die Österreicher bei der Geldanlage immer konservativ unterwegs waren und 75% ihres 419 Mrd. Euro schweren Vermögens in Bargeld, Sparbüchern sowie Lebensversicherungen veranlagen. Wenig Trost ist das freilich für alle Bezieher von Firmenpensionen. Rund 42.000 Beziehern droht im Schnitt eine um 13 % geringere Zusatzpension am Konto.




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