01. Juli 2009 18:28

Preise noch zu hoch 

Krise lässt Energiekonsum einbrechen

Der Rückgang am Strom- und Gaskonsum wirkt sich positiv auf die Umwelt aus.

Krise lässt Energiekonsum einbrechen
© APA/Gindlfoto

Das Absacken der Industrieproduktion hat nun mit voller Wucht auch den Verbrauch von Gas und Strom getroffen. Während die beiden Energieträger im ersten Quartal nur leichte Rückgänge zu verzeichnen hatten, ist im April der Absatz um 31 Prozent (Gas) bzw 7,2 Prozent (Strom) zurückgegangen, berichtet die E-Control. Die Daten (jüngere sind nicht verfügbar) sind schon temparaturbereinigt, blenden also eventuell verzerrende Witterungsfaktoren aus.

Preissenkung nur für Industrie
Über die ersten vier Monate sind in Österreich um 8,7 Prozent weniger Gas und um 3,9 Prozent weniger Strom verbraucht worden, erklärte der Chef des Energie-Regulators E-Control, Walter Boltz. Allein die Industrie verbrauchte in den ersten vier Monaten 2009 um 13 Prozent weniger Elektrizität. Als Folge der Krise sind seit die Großhandelspreise bei Strom um 46 Prozent (Spot) und jene von Gas um 31 Prozent zurückgegangen; die Senkungen seien an die Industrie weitgehend weitergegeben worden, bei den Haushalten sei dies nur ungenügend der Fall gewesen.

Hohe Preise
"Beim Strom sehe ich ein Senkungspotenzial von rund 10 Prozent, bei Gas um 15,20, oder gar 25 Prozent", sagte Boltz. Die Anbieter hätten bisher uneinheitlich agiert. Westösterreichische Stromanbieter hätten demnach vergleichsweise günstige Tarife, Mitgliedsbetriebe der EnergieAllianz böten dagegen teuer an.

Konsolidierungsschub
Boltz prophezeite für die kommenden Jahre einen Konsolidierungsschub unter den Stromfirmen."Der Druck wird deutlich zunehmen, das wird zu stärkerer Kooperation und wahrscheinlich auch zu Kapitalverschränkungen führen", sagte Boltz. Ein wesentlicher Treiber seien dabei die öffentlichen Haushalte, die sich verstärkt auf der Suche nach Mitteln begeben "und möglicherweise versuchen werden, Versorger zu Geld zu machen." Der Energieregulator sieht auch die Gefahr, dass Eigentümer den Versorgern Kapital entziehen - was diese wiederum in Akquisitionen treiben könnte. Der Energieregulator rechnet für die nächsten Jahre kaum mit einer echten wirtschaftlichen Erholung. In dem für ihn optimistischsten Szenario einer U-förmigen Krise wird die Nachfrage nach Elektrizität erst ab 2012/2013 wieder deutlicher steigen.

Positiv für Umwelt
Der zurückgehende Energieverbrauch wird auch zur Folge haben, dass Österreich heuer und nächstes Jahr die bisher größten Schritte in Richtung seines Klimaziels machen wird. Nach Berechnungen von Wifo-Forscherin Angela Köppl wird der CO2-Ausstoß heuer um 3,9 Millionen und 2010 um fünf Millionen Tonnen geringer ausfallen als dies ohne die Krise der Fall gewesen wäre.




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