11. Juni 2008 21:06

ÖSTERREICH 

Krisengipfel zum Ölpreis

Am 22. Juni wollen Förderländer, Abnehmer und Ölkonzerne Wege finden, den rasanten Preisanstieg beim Rohöl zu bekämpfen.

Krisengipfel zum Ölpreis
© Getty

Die Folgen des hohen Ölpreises für Wirtschaft und Konsumenten werden von Tag zu Tag dramatischer:

  • Der Streik der Lkw-Fahrer gegen teuren Sprit bringt in Spanien Teile der Wirtschaft zum Erliegen: In Supermärkten werden bereits Waren knapp, die Auto­industrie muss die Produktion einstellen.
  • Auch in Österreich kündigen die Frächter jetzt Proteste an. Am 7. Juli sollen 500 bis 1.000 Lkws die Verkehrsschlagadern rund um Wien blockieren. Schon heute gibt es in Wien einen Taxi-Streik.
  • Das teure Öl zieht auch die Gaspreise nach oben – jüngsten Expertenschätzungen zufolge wird Gas hierzulande im Herbst bis zu 50 Prozent teurer.
  • Für Müllentsorgung müssen wir künftig ebenfalls mehr zahlen. Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe kündigte gestern an, die Preise wegen treibstoffbedingten höherer Transportkosten um rund 15 % anheben zu müssen.
  • Fliegen wird schon wieder teurer: Lufthansa, Air Berlin und Air France erhöhen die Kerosinzuschläge erneut, auch die AUA schließt das nicht aus.
  • Die Spritpreise an den heimischen Tankstellen gingen laut ARBÖ gestern wieder rauf.

Ölpreis-Krisengipfel
Der weltgrößte Ölförderer Saudi-Arabien hat nun für den 22. Juni eine Krisenkonferenz einberufen, zu der Förderländer, Abnehmer und Ölkonzerne geladen sind. Auch die USA als größtes Abnehmerland nehmen teil. Gemeinsam sollen Mittel gegen den Preisanstieg gefunden werden.

Hierzulande auf Skepsis stößt hingegen ein Vorschlag von Finanzstaatssekretär Christoph Matznetter, der über eine Sondersteuer 100 Mio. Euro des OMV-Gewinns kassieren will, um daraus je 100 Euro an sozial Bedürftige zu zahlen.




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