16. April 2009 14:05

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Krugman rechtfertigt seine Ruin-These

Der Star-Ökonom wundert sich über den Wirbel, den seine Wirtschaftsprognose zu Österreich hierzulande ausgelöst hat.

Krugman rechtfertigt seine Ruin-These
© EPA/OLIVIER HOSLET

Der Nobelpreisträger und Starökonom Paul Krugman hat am Montag mit einer Aussage bei einer von der Universität Princeton gesponserten Veranstaltung für Aufregung in Österreicih gesorgt: Er sagte Österreich den Staatsbankrott voraus.

"Die Lage dort ist beängstigend", hatte Krugman vor gut vor 50 US-Korrespondenten aus aller Welt im voll besetzten Konferenzraum des Foreign Press Center in Midtown Manhattan gesagt. Und weiter: "Das Land ist für mich ein Kandidat für einen möglichen Staatsbankrott."

Krugman wiederholt jetzt seine Aussagen in seinem Blog, den er für die New York Times schreibt. Der Ökonom beginnt den Eintrag mit einem verwunderten "Aha" und bekräftigt, dass er nur das sagt, was ohnehin "offensichtlich ist und jeder weiß": "Es sieht so aus, dass ich nun jenes Stadium erreicht habe, in dem ich schon für Aufregung sorge, wenn ich nur das Offensichtliche ausspreche."

Die österreischischen Kredite nach Osteuropa seien im Vergleich zu anderen europäischen Ländern verhältnismäßig groß, das stelle ein hohes Risiko im Zusammenhang mit der "Mutter aller Währungskrisen" in Osteuropa dar.

Dann stellt Krugman die rheorische Frage, ob Österreich deswegen "erledigt" sei und beantwortet sie sofort selbst: "natürlich nicht" und beruhigt, dass die Gefahr für unser Land lang nicht so kritisch sei wie für Island oder Irland.

Aber, betont der Ökonom, man werde ein Konzept für die Rettung der Banken benötigen, und dieses werde die Ressourcen des Landes äußerst in Anspruch nehmen. Und Krugman schließt mit den Worten: "Was ich also bei der Veranstaltung gemeint habe, ist, dass Österreich nach den beiden Ländern (Island und Irland, Anm. d. Red.) dasjenige Land ist, das von der Finanzkrise am meisten bedroht ist - und das sollte nicht in Frage gestellt werden."

Der Grund für Krugmans Warnung war: Unsere Banken haben in Osteuropa Kredite im Ausmaß von über 60 % des Bruttoinlandsproduktes (BIP) offen. Mit 19, 5 % hat Österreich EU-weit den höchsten Anteil an Kreditgeschäften im inzwischen hochriskanten Osten. Eine tickende Zeitbombe für das kleine Österreich, hatten deutsche und US-Medien, Ratingagenturen und Finanzanalysten wiederholt gewarnt.




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