07. Oktober 2008 06:46

Globale Finanzkrise 

Kursgemetzel ging unvermindert weiter

Die europäischen Börsen schlossen mehrheitlich im Minus, der ATX und der Dow Jones setzten ihre Talfahrt fort.

Kursgemetzel ging unvermindert weiter
© AP

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Die Wiener Börse hat am Dienstag ihre Talfahrt vor dem Hintergrund der internationalen Finanzkrise ungebremst fortgesetzt. Während sich andere Börsen nach den Kurseinbrüchen am Montag teilweise stabilisieren konnten, verlor der Wiener Leitindex ATX am Dienstag weitere 4,50 Prozent auf 2.468,88 Punkte. Der Index fiel damit auf den tiefsten Stand seit Dezember 2004.

80 Mrd. Euro Börsenwert vernichtet
Gemessen am Börsenwert haben sich damit in Wien heuer bereits mehr als 80 Mrd. Euro in Luft aufgelöst, die Marktkapitalisierung heimischer Unternehmen an der Wiener Börse hat sich im Jahresverlauf schon mehr als halbiert. Besonders stark unter die Räder gekommen sind vor dem Hintergrund der Finanzkrise zuletzt unter anderm Finanz-und Immobilienaktien. So rasselten Immofinanz allein am Dienstag erneut 30,77 Prozent nach unten auf das neue Allzeittief von 1,35 Euro. Immoeast fielen um 18,78 Prozent auf 1,47 Euro.

Im Jahresverlauf hat der ATX bereits 45 Prozent an Wert verloren und schneidet damit merklich schlechter ab als zahlreiche westeuropäische Börsen. Zum Vergleich: Der deutsche DAX hat im Jahresvergleich knapp 34 Prozent verloren, der - wegen seiner Indexkonstruktion nur bedingt vergleichbare - New Yorker Dow Jones liegt knapp 26 Prozent im Minus.

Dow Jones schließt mit deutlichen Verlusten
Die New Yorker Aktienbörse hat am Dienstag mit deutlichen Verlusten geschlossen. Der Dow Jones Industrial Index fiel 508,39 Einheiten oder 5,11 Prozent auf 9.447,11 Zähler. Der die wichtigsten Versorgungswerte umfassende Dow Jones Utilities Index verlor 12,38 Zähler auf 376,69 Punkte, das entspricht einem Minus von 3,18 Prozent. Der als Trendbarometer angesehene Dow Jones Transport sackte um 203,46 Punkte oder 4,96 Prozent auf 3.898,15 Einheiten ab.

Unter den an der New York Stock Exchange gelisteten Titel standen sich 399 Gewinner und 2.812 Verlierer gegenüber. 99 Werte notierten unverändert. Insgesamt wurden rund 1.447,78 Mio. Aktien umgesetzt. Das Tageshoch erreichte der Dow Jones Industrial Index bei 10.124,03 Punkten, das Tagestief lag bei 9.436,67 Zählern.

Probleme durch Osteuropa-Fokus
Experten zufolge leidet die Wiener Börse wegen ihrer verhältnismäßig geringen Liquidität und Kapitalisierung und wegen ihres Osteuropafokus besonders stark unter der Finanzkrise. "Österreich ist ein Small Cap-Markt, die Small Caps performen in diesem Umfeld besonders schlecht", erklärt der Raiffeisen-Fondsmanager Günther Schmitt. Sobald größere Volumina einer Aktie auf den Markt kommen, schlage sich das wegen der geringen Kapitalisierung deutlich auf den Kurs nieder.

Besonders betroffen ist Wien zudem durch den Osteuropa-Fokus vieler heimischer Unternehmen. Noch im Vorjahr war der Wiener Markt wegen des Osteuropa-Booms auf neue Rekordstände geklettert. "Was Jahre lang gut war, ist jetzt schlecht", so Schmitt. Angesichts der Krise würden viele Anleger derzeit Osteuropa-Aktien verkaufen, rational sei dies aber nicht erklärbar. Vor allem viele internationale Osteuropafonds dürften derzeit starke Abflüsse verzeichnen. "Und da ist in jedem Fonds eine Erste und eine OMV drin", so der Fondsmanager. "Wenn dann Positionen aufgelöst werden, passiert das nicht vorsichtig, sondern gleich an einem Tag", so Schmitt.

Europäische Börsen mehrheitlich im Minus
Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag mit mehrheitlich etwas tieferen Kursen geschlossen. Die größten Abschläge mussten die Börsen in Wien (minus 4,50 Prozent), Stockholm (minus 2,60 Prozent) und Brüssel (minus 2,29 Prozent) verzeichnen.

Die Pläne der US-Notenbank Fed, einen speziellen Fonds aufzusetzen, der ungesicherte Schuldpapiere aufkaufen soll, stützte die Indizes. Durch diese "Commercial Paper Funding Facility" soll neue Liquidität für Emittenten der Schuldverschreibungen fließen. Zuvor hatten Gerüchte über eine dramatische Zuspitzung der Finanzkrise in Großbritannien die Aktienmärkte belastet

Die positive Stimmung hielt jedoch nicht lange an, sondern verpuffte wieder überwiegend. Händler verwiesen als Grund unter anderem auf die Hiobsbotschaft des führenden amerikanischen Finanzinstituts, der Bank of America. Diese hatte am Vorabend einen dramatischen Gewinneinbruch im dritten Quartal gemeldet und zudem eine Kapitalerhöhung um 10 Milliarden US-Dollar angekündigt.

Besonders schwer gebeutelt wurden an diesem Tag trotz aller Dementi die britischen Finanztitel: Royal Bank of Scotland brachen um 38,50 Prozent auf 91,20 Pence ein und fielen zeitweise auf den tiefsten Stand seit rund 15 Jahren. Den Titeln von HBOS ging es nicht besser. Sie büßten 41,72 Prozent auf 95,00 Pence ein. Barclays verloren 20,70 Prozent auf 249,00 Pence und Lloyds TSB gaben 13,01 Prozent auf 225,75 Pence nach. Einem BBC-Bericht zufolge, der sich auf Bankenkreise berief, waren Hilfegesuche mehrerer Banken an das britische Finanzministerium gegangen. Dies wurde von den Banken jedoch abgestritten. Der britische Premierminister Gordon Brown und sein Finanzminister Alistair Darling werden an diesem Tag gemeinsam mit dem britischen Notenbank-Gouverneur Mervyn King über die Finanzkrise beraten.

Auf Seite 2: Der Börse-Tag zum Nachlesen

19:10: Londoner Börse schließt trotz belastender Gerüchte gut behauptet
Der Londoner Aktienmarkt ist am Dienstag massiv gestiegen. Der FT-SE-100 Index schloss bei 4.605,22 Punkten und einem Plus von 16,0 Einheiten oder 0,35 Prozent. Unter den im Leitindex gelisteten Titeln standen sich 62 Gewinner und 37 Verlierer gegenüber. Drei Titel notierten unverändert.

18:46: Euro-Stoxx-50 schließt mit leichtem Plus
Der Aktienindex für die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion, Euro-Stoxx-50, hat am Dienstag mit 2.879,45 Punkten um 10,48 Zähler oder 0,37 Prozent etwas fester geschlossen. Der breiter gefasste Euro-Stoxx Index, in dem mehr als 300 europäische Unternehmen gewichtet sind, ermäßigte sich hingegen um 1,60 Zähler oder 0,61 Prozent auf 262,49 Einheiten.

18:28: Auch Spanien erhöht Garantiesumme auf 100.000 Euro
Spanien erhöht aufgrund der internationalen Finanzkrise die Garantiesumme für Sparguthaben auf bis zu 100.000 Euro. Dies kündigte Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero am Dienstag in Madrid an. Bisher war der spanische Staat im Fall des Zusammenbruchs einer Bank für Einlagen von bis zu einer Summe von 20.000 Euro pro Sparer eingestanden. "Mit der Aufstockung dieser Summe können die spanischen Bürger darauf vertrauen, dass ihre Ersparnisse sicher sind", sagte der Regierungschef.

18:21: Wiener Börse schließt mit massiven Verlusten
Die Wiener Börse hat die Sitzung am Dienstag bei durchschnittlichem Volumen mit massiven Verlusten beendet. Der Fließhandelsindex ATX fiel gegenüber dem Montag-Schluss (2.585,13) um 116,25 Punkte oder 4,50 Prozent auf 2.468,88 Zähler. Gegenüber Ultimo 2007 liegt der ATX per heute 2.044,10 Punkte oder 45,29 Prozent im Minus. Der ATX Prime schloss mit einem Minus von 5,54 Prozent oder 65,22 Punkten bei 1.111,77 Einheiten.

18:20: Warschauer Börse schließt deutlich tiefer
Die Warschauer Börse hat am Dienstag mit deutlich tieferen Notierungen geschlossen. Der WIG-20 fiel um 1,42 Prozent oder 31,39 Punkte auf 2.186,90 Zähler. Der breiter gefasste WIG-Index verlor 1,91 Prozent oder 665,43 Punkte auf 34.166,86 Einheiten. Das Handelsvolumen betrug 1,4 (Vortag: 1,1) Mrd. Zloty. Es gab 60 Kursgewinner und 252 Kursverlierer. 30 Aktien schlossen unverändert. Sechs Titel schlossen unverändert. Die weiter um sich schlagende Finanzkrise laste weiterhin weltweit auf den Börsen, so Marktteilnehmer.

18:12: Moskauer Börse schließt mit Abschlägen
Der Sturzflug auf dem russischen Aktienmarkt hat sich deutlich verlangsamt. Die Börse in Moskau hat am Dienstag mit Abschlägen den Handel beendet. Der auf US-Dollar Basis berechnete Leitindex RTS schloss mit 858,16 Punkten und einem Minus von 8,23 Einheiten oder 0,95 Prozent. Unter den im RTS vertretenen Standardwerten standen fünf Kursgewinnern 18 Verlierer gegenüber. 27 Titel schlossen unverändert.

18:10: Merkel erneuert Garantie für Spareinlagen in Deutschland
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat allen Sparern in Deutschland erneut versichert, dass ihre Einlagen trotz der Finanzkrise sicher sind. Die CDU-Chefin sagte am Dienstag in einer Regierungserklärung vor dem Bundestag, kein Sparer müsse um seine Einlagen fürchten, "und ich sage, diese Erklärung gilt". Die Bundesregierung hatte bereits am Sonntag eine weitreichende politische Garantieerklärung für private Spareinlagen in voller Höhe abgegeben. Erfasst wird davon Geldvermögen von mehr als einer Billion Euro.

18:09: Spanien stellt Finanzmarkt 30 Milliarden zur Verfügung
Spanien will den Finanzsektor des Landes mit 30 Mrd. Euro unterstützen. Das teilte Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero am Dienstag Abend mit. Zuvor hatten bereits die EU-Staaten wichtigen Banken das Überleben und den Sparern eine Mindestsicherung ihrer Einlagen von 50.000 Euro garantiert.

18:00: Prager Börse schließt mit deutlichen Verlusten
Die Prager Börse beendete den Handel mit deutlichen Verlusten. Der Leitindex PX schloss mit einem Verlust von 1,66 Prozent bei 1.084,6 Zählern. Der Umsatz in Aktien belief sich auf 6,58 (Vortag: 5,62) Mrd. tschechische Kronen. Auf Finanzwerten lastete weiterhin eine große Unsicherheit aufgrund der sich weiter ausbreitenden Finanzkrise, so Marktteilnehmer.

17:58: CECE-Osteuropa-Index stieg um 0,23 Prozent
Der von der Wiener Börse ermittelte CECE-Index (CEX) für die Aktienbörsen in Budapest, Prag und Warschau ist am Dienstag auf Dollar-Basis gegenüber dem Vortag um 5,98 Punkte oder 0,23 Prozent auf 2.558,97 (zuletzt: 2.552,99) Punkte gestiegen. Auf Euro-Basis schloss der CECE-Index mit einem Minus von 0,55 Prozent auf 1.878,56 Zählern.

17:56: Frankfurter Börse schließt mit tieferer Grundtendenz
Die Frankfurter Aktienbörse ist am Dienstag mit tieferer Grundtendenz aus dem Handel gegangen. Der DAX verlor 60,38 Punkte (minus 1,12 Prozent) auf 5.326,63 Einheiten. Der TecDAX sank um 31,13 Punkte oder 5,15 Prozent auf 573,04 Punkte. Der M-DAX ermäßigte sich 140,96 Punkte oder 2,30 Prozent auf 5.990,63 Zähler. Der HDAX schloss mit 2.663,85 Einheiten und einem Minus von 35,92 Zählern oder 1,33 Prozent. Der C-DAX verlor 6,38 Punkte oder 1,36 Prozent auf 464,00 Zähler.

17:35: US-Notenbank kauft Schuldpapiere
Die US-Notenbank hat einen weiteren radikalen Schritt unternommen, um die bröckelnden Finanzmärkte zu stablisieren. Sie setzt einen speziellen Fonds auf, der ungesicherte Schuldpapiere aufkaufen soll. Durch diese "Commercial Paper Funding Facility" solle neue Liquidität für Emittenten der Schuldverschreibungen fließen, erläuterte die Notenbank Federal Reserve am Dienstag. Die "Washington Post" berichtete, die Fed prüfe zudem weitere Zinssenkungen.

17:24: Eurokurs gestiegen
Der Kurs des Euro hat sich am Dienstag gestützt durch weitere Liquiditätsmaßnahmen der US-Notenbank etwas von seinen jüngsten Verlusten erholt. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag mit 1,3684 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag noch auf 1,3632 (Montag: 1,3634) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,7336 (0,7335) Euro.

17:08: Dexia-Kurs fällt weiter
Der Aktienkurs der schwer angeschlagenen Dexia-Bank ist trotz Rettungsversuchen der französischen und belgischen Regierung weiter eingebrochen. Nach der nächtlichen Ankündigung, Belgiens Ex-Premierminister Jean-Luc Dehaene werde neuer Chef des Dexia-Verwaltungsrats, erholte sich der Wert am Dienstag nur vorübergehend. Kurz vor Börsenschluss stand der Kurs am Nachmittag in Brüssel wieder bei minus zwölf Prozent. Bereits am Montag war der Aktienkurs von Dexia um mehr als 20 Prozent abgestürzt.

16:31: US-Börsen zur Eröffnung etwas fester
Die New Yorker Aktienbörse hat am Dienstag kurz nach Handelsbeginn mit etwas festeren Kursen tendiert. Bis 16.25 Uhr MESZ stieg der Dow Jones Industrial Index 45,00 Einheiten oder 0,45 Prozent auf 10.000,50 Zähler. Der S&P-500 Index gewann 3,75 Punkte oder 0,35 Prozent auf 1.060,64 Zähler. Der Nasdaq Composite Index befestigte sich um 2,41 Punkte (plus 0,13 Prozent) auf 1.865,37 Einheiten.

16:29: Moskauer Börse nach Handelspause auf neuem Dreijahrestief
An der russischen Börse ist der Handel nach einer Volatilitätsunterbrechung am Vormittag zuletzt wieder aufgenommen worden. Der russische Aktienindex RTS konnte sich nach Wiederaufnahme des Handels nur kurzfristig stabilisieren und drehte im Verlauf wieder ins Minus. Bis 15.45 Uhr fiel der Moskauer Leitindex um 0,52 Prozent auf 861,89 Punkte und damit auf ein neues Dreijahrestief. Am Montag hatte der RTS knapp 20 Prozent verloren.

16:23: Goldpreis könnte auf 1.000 Dollar klettern
Heimische Goldexperten halten einen Anstieg des Goldpreises auf und über 1.000 Dollar je Feinunze in den kommenden Wochen für durchaus wahrscheinlich. Dass die kanadische und die US-amerikanischen Prägeanstalten die Nachfrage nicht mehr bedienen könnten, führe bei den Philharmoniker-Goldmünzen zu einer sehr hohen Nachfrage.

15:30: IWF rechnet mit 1,4 Bio. Dollar Verlusten durch Finanzkrise
Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet inzwischen mit weltweit 1,4 Billionen Dollar (1,03 Billionen Euro) Verlusten wegen der Finanzkrise. Das ist weit mehr als bislang befürchtet. Da der Höhepunkt der Kreditausfälle noch bevorstehe und angesichts der jüngsten Verschärfung der Krise an den Märkten sei ein Anstieg der zu erwartenden Einbußen wahrscheinlich, hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten IWF-Bericht zur Stabilität der globalen Finanzmärkte. Im April hatte der IWF die vermuteten Gesamtverluste durch die Krise noch auf 945 Milliarden Dollar beziffert. IWF und Weltbank kommen an diesem Wochenende zu ihrer Jahrestagung zusammen.

15:09: US-Börsen könnten weiter absacken
An den New Yorker Börsen rechnen Experten am Dienstag nach dem massiven Einbruch zu Beginn der Woche vorerst nicht mit einer Kurserholung. Ein Blick auf den vorbörslichen Handel lässt beim Leitindex Dow Jones Industrial weiter einen Wert unter der Marke von 10.000 Punkten erwarten.

15:00: Finanzkrise hat in Wien heuer 80 Mrd. Börsenwert vernichtet
Die Zuspitzung der internationalen Finanzkrise hat auch an der Wiener Börse kräftige Spuren hinterlassen und den Marktwert heimischer Unternehmen weiter dezimiert. Die Kapitalisierung in Wien notierter österreichischer Aktien hat sich heuer auf 77,5 Mrd. Euro bereits mehr als halbiert. Ende 2007 lag die Börsenkapitalisierung nach Daten der Wiener Börse noch bei 157,9 Mrd. Euro. Im Jahresverlauf haben sich damit gemessen am Börsenwert 80,4 Mrd. Euro in Luft aufgelöst.

14:51: ATX weiter massiv unter Druck
Die Wiener Börse präsentierte sich am Dienstag Nachmittag bei gutem Volumen weiterhin massiv unter Druck. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 2.456,99 Punkten errechnet, das ist ein sattes Minus von 128,14 Punkten bzw. 4,96 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt +0,52 Prozent, FTSE/London +1,23 Prozent und CAC-40/Paris +1,80 Prozent.

14:47: EU will Überleben aller wichtigen Banken sicherstellen
Die EU verspricht angesichts der akuten Zuspitzung der Finanzkrise das Überleben aller wichtigen Banken in der EU zu sichern. "Wir haben beschlossen, systemrelevante Finanzinstitute zu unterstützen", heißt es nach Angaben des deutschen Staatssekretärs im Finanzministerium Jörg Asmussen in der Abschlusserklärung des Luxemburger Finanzministertreffens vom Dienstag.

14:38: EU erhöht Mindestgarantie für Sparguthaben auf 50.000 Euro
Die EU-Finanzminister haben sich bei ihrem Treffen in Luxemburg darauf verständigt, dass die Mindestgrenze für die Absicherung von Sparguthaben bei Bankpleiten auf 50.000 Euro angehoben wird. Derzeit gilt in der EU eine Mindestgrenze für die Absicherung von Sparguthaben bei Bankpleiten von 20.000 Euro. Die EU-Staaten können aber darüber hinausgehen und tun dies in vielen Fällen auch. Einige EU-Staaten kündigten bei dem Treffen bereits an, ihre Einlagensicherung auf 100.000 Euro anzuheben, Länder wie Deutschland haben ihren Sparern bereits am Sonntag die vollen Guthaben garantiert.

14:27 HRE-Chef Funke geht
Der umstrittene Chef des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate, Georg Funke, nimmt den Hut. Über eine Nachfolge wird der Aufsichtsrat noch am Dienstag entscheiden. Funke war im Zusammenhang mit der Schieflage der HRE scharf kritisiert worden. Der Immobilienfinanzierer war zuletzt mit einem nationalen Kraftaufwand und 50 Mrd. Euro am letzten Drücker gerettet worden.

14:21 Island fürchtet Staatsbankrott
Nach der Übernahme der zweitgrößten Bank des Landes, Landsbanki, hat Island auch der Kaupthing Bank einen Sofortkredit über 500 Millionen Euro gewährt. Vorige Woche hatte die Regierung für 600 Millionen Euro 75 Prozent an der drittgrößten Bank Glitnir übernommen. Premier Geir Haarde warnte die Bevölkerung in einer TV-Ansprache vor einem nationalen Bankrott.

14:08 Plus in Singapur und Sydney
Nicht alle Börsen schlingern. Die Märkte in Singapur und Sydney haben sogar zugelegt. Der FTSE Straits Times Index schloss bei 2.177,55 Zählern und einem Plus von 9,23 Punkten oder 0,43 Prozent. Der All Ordinaries Index in Sydney stieg um 53,2 Zähler oder 1,17 Prozent auf 4.597,9 Einheiten.

13:46 Ruhe in Liechtenstein
Mitten in der Hektik der Finanzkrise ist Liechtenstein eine Oase der Ruhe. Die Banken des Fürstentums haben laut Regierung genügend flüssige Mittel, weil sie vor allem Guthabenkonten verwalten. Investmentbanken, die weltweit am stärksten von der Finanzkrise getroffen wurden, gebe es in Liechtenstein traditionell nicht.

13:25 US-Notenbank erwägt unbesicherten Kredit
In den USA könnten sich Notenbank und Finanzministerium möglicherweise zu einem dramatischen Schritt entschließen. Aus Finanzkreisen in Washington heißt es, die Fed könnte bald unbesicherte Kredit an Geschäftsbanken geben, um die Märkte zu stabilisieren. Normalerweise geben Zentralbanken den Banken nur gegen erstklassige Sicherheiten - in der Regel Staatspapiere - Kredit.

13:06 EZB gibt wieder Geld
Die Europäische Zentralbank pumpt weiter kräftig Geld in das System. 250 Milliarden Euro wurden am Dienstag an die Banken ausgeliehen. Da sich die Banken untereinander kaum noch Geld leihen, springt die Notenbank als Helfer ein. Neben der Bereitstellung von Euro gab die EZB auch 50 Milliarden Dollar für einen Tag an die Banken. Bei vielen Instituten ist vor allem die Dollar-Versorgung knapp.

12:56 "Ernsteste Finanzkrise dieser Generation"
Bei den Finanzturbulenzen handelt es sich nach Ansicht von Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Norbert Walter um eine "tiefe Krise", die erst zu Ende gehen könnte, "wenn die Banken wieder rekapitalisiert sind. Wann es soweit sei, könne man nur schwer sagen. Es sei "die ernsteste Finanzmarktkrise, die wir in dieser Generation erlebt haben", aber "nicht so dramatisch wie 1929 oder 1932.

12:47 Russland hilft eigenen Banken mit 27 Mrd
Russland unterstützt seine Banken mit einem Milliarden-Kreditpaket im Kampf gegen die Finanzkrise. 26,7 Milliarden Euro (950 Milliarden Rubel) stehen über eine Laufzeit von fünf Jahren zur Verfügung. Allein 14 Milliarden Euro könnte die größte Bank, die staatliche Sberbank, erhalten. Der Branchenzweite VTB solle etwa 5,6 Milliarden Euro bekommen und der Rest auf kleinere Institute verteilt werden.

12:30 4 Mrd für Island noch offen
Russland hat noch keine Entscheidung über das milliardenschwere Darlehen für Island getroffen. Die Isländische Notenbank hatte am Vormittag erklärt, Russland würde Island vier Milliarden Euro borgen. Daraufhin hatte die isländische Krone ihren Sinkflug gestoppt und war ins Plus gedreht.

12:24 RBS vom Handel ausgesetzt
Die Aktien der Royal Bank of Scotland Group (RBS) sind vom Handel ausgesetzt. Der Kurs war vorübergehend um 39 Prozent abgestürzt. Es gibt Spekulationen, wonach das Institut verstaatlicht werden soll. Am Nachmittag findet ein Krisengipfel statt, Finanzminister, Notenbank und Großbanken verhandeln über ein milliardenschweres Stützungspaket für alle schlingernden Institute.

12:04 Europa fährt ins Minus
Die europäischen Aktienmärkte haben zu Mittag überwiegend mit tieferen Kursen tendiert. Der DAX in Frankfurt notierte um 12.05 Uhr mit einem Minus von 0,37 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London verringerte sich um 0,30 Prozent. Der CAC-40 in Paris gewann dagegen 0,65 Prozent. Der Euro-Stoxx-50 legte 0,30 Prozent zu.

11:35 Island übernimmt Kontrolle über Großbank
Die isländische Finanzaufsicht hat die Kontrolle über die zweitgrößte heimische Bank übernommen. Mit der Übernahme der Landsbanki wird sichergestellt, dass weiter Bankgeschäfte getätigt werden können. Island befindet sich in seiner größten Wirtschaftskrise. Durch ein Notgesetz sind diese außerordentlichen Maßnahmen möglich.

11:33 Russischer Kredit für Island
Russland hat sich angeboten, der angeschlagenen isländischen Wirtschaft mit einem Kredit über 4 Mrd. Euro (Laufzeit drei bis vier Jahre) aus der Patsche zu helfen. Das Angebot ist von Ministerpräsident Wladimir Putin abgesegnet. Die Isländer (Vertreter der Notenbank und der Regierung) reisen jetzt nach Moskau, um das Abkommen zu unterzeichnen.

11:25 Börse Tokio schließt 3% tiefer
Der Tokioter Aktienmarkt hat am Dienstag den Handel mit deutlich tieferen Notierungen beendet. Der Nikkei-225 Index fiel 317,19 Punkte oder 3,03 Prozent auf 10.155,90 Zähler. Der Topix Index schloss mit einem Abschlag von 21,44 Punkten oder 2,15 Prozent. Zwischenzeitlich war der Nikkei-Index erstmals seit fünf Jahren unter 10.000 Punkte gefallen.

11:17 ATX fällt immer stärker
Die Wiener Börse muss weiterhin massive Verluste hinnehmen. War um 10 Uhr noch von einem Verlust von 3,5 Prozent die Rede, sind es um 10.17 Uhr schon 5,96 Prozent gewesen. Das bedeutet ein Minus von 154,09 Punkten.

11:01 Britische Bankaktien fett im Minus
Die Aktien britischer Banken haben wieder heftige Kursverluste erlitten. Offenbar fürchten sich die Anleger, weil die Regierung staatliche Hilfen für die Finanzinstitute erwägt, woraus sie auf einen schlimmen Zustand der Institute schließen. Die Royal Bank of Scotland war der größte Verlierer mit minus 30 Prozent. Sie notierte auf dem tiefsten Stand seit 13 Jahren. Die HBOS fielen über 16 Prozent, Lloyds um 20 Prozent. Barclays gaben über 14 Prozent nach.

10:48 Raiffeisen hält an Gewinnziel fest
Raiffeisen International bleibt trotz der internationalen Finanzkrise bei seinem Gewinnziel für heuer. Der Konzern steuert einen Jahresüberschuss von rund 1 Mrd. Euro an. Die Aktie der Ostbankenholding des RZB-Konzerns ist seit Wochen an der Börse massiv unter Druck.

10:40 Erste Bank fällt schlimm
Nach der Gewinnwarnung der heimischen Bank sind die Aktien der Erste Group bis 10.15 Uhr um 8,56 Prozent auf 30,01 Euro gefallen und haben damit an die Kursverluste des Vortags angeschlossen. Seit Jahresbeginn haben die Titel mehr als 36 Prozent an Wert eingebüßt.

10:33 Bankentitel brechen ein
Raiffeisen International verloren um fast zehn Prozent auf 40,80 Euro, Erste Group verbilligten sich massiv um fünf Prozent auf 31,20 Euro. Schon gestern waren beide Bankenwerte um je über 14 Prozent in die Tiefe gestürzt. Die OMV fiel um 5,09 Prozent auf 26,65 Euro. Telekom Austria gingen um 3,87 Prozent auf 11,91 Euro zurück.

10:17 Wiener Börse schlittert weiter
Die Wiener Börse war nur wenige Handelsminuten im Plus und rutschte dann wieder rasch ab. Der ATX sackte bis 10 Uhr um 3,46 Prozent auf 2.495,70 Einheiten ab, nachdem der heimische Leitindex schon am Montag um gut acht Prozent eingebrochen war. Auch das europäische Börsenumfeld drehte zum Teil schon in die Verlustzone. Der Ausverkauf der Bankentitel setzt sich ungebremst fort.

09:54 Zwangspause für russischen Markt
Nach dramatischen Kursverlusten am Montag ist der Aktienhandel in Russland heute vorerst ausgesetzt worden. Bis um 13 Uhr Ortszeit werden auf Anordnung der Finanzbehörde an den großen Börsen, RTS und MICEX, keine Geschäfte getätigt. Am Montag war der Leitindex RTS um 19,1 Prozent abgesackt.

09:46 Europas Leitbörsen erholen sich
Die wichtigsten europäischen Börsen sind mit einer Kurserholung nach der rasanten Talfahrt zum Wochenbeginn in den Tag gestartet. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 2,66 Prozent auf 2.945,23 Zähler. Der DAX gewann 1,83 Prozent auf 5.485,0 Punkte. Der Grund: Die Europäische Zentralbank hatte signalisiert, den Markt weiterhin mit der notwendigen Liquidität auszustatten.

09:30 Erste Bank leidet
Montagabend hat Bank Austria-Chef Erich Hampel erklärt, für heuer die Gewinnprognose revidieren zu müssen. Dienstagfrüh hat auch Erste-Bank-Chef Andreas Treichl seinen Ausblick für 2008 zurückgenommen. Im Juli war er noch von locker 20 Prozent mehr Nettogewinn ausgegangen, jetzt ist das sicher nicht mehr der Fall. Genaue Zahlen will er erst zu Monatsende nennen.

09:09 USA sitzen auf 10 Bio. Dollar Schulden
Die Staatsschulden in den USA haben aufgrund der Rettungsmaßnahmen die Marke von zehn Billionen Dollar überschritten. Allein für die neuen Staatsanleihen nahm Washington 345 Milliarden Dollar neue Schulden auf. Außerdem wurden Schuldtitel der Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac gekauft und der Versicherer AIG in einer Rettungsaktion quasi verstaatlicht.

09:01 In Island gilt der Notstand
In Island ist ab sofort ein Notstandsgesetz in Kraft. Damit erhält die Regierung die Möglichkeit, jederzeit die Kontrolle über ein Finanzinstitut zu übernehmen und es zu bestimmten Maßnahmen wie Fusionen oder Insolvenzanträgen zu zwingen. Außerdem können bei Bedarf alle Wohnungskredite des Landes in einem Staatsfonds gesammelt werden, um Privatkonkurse zu verhindern.

08:30 Euro bleibt unter Druck
Der Euro kämpft weiter wegen der anhaltenden Finanzkrise. Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,3571 US-Dollar. Ein Dollar war 0,7366 Euro wert. Für Devisenexperten kein Wunder: Solange die Finanzkrise tobt und die Unsicherheiten anhalten, bleibe der US-Dollar gefragt.

08:17 Ölpreis stabilisiert sich
Nach dem kräftigen Rückgang am Montag hat sich der US-Ölpreis bei der Marke von 90 Dollar eingependelt. Der Preis war deshalb gefallen, weil es Sorge vor einer kräftigen Abnahme der Ölnachfrage wegen der Finanzkrise gab.

07:14 Japanische Leitzinsen bleiben
Die japanische Notenbank hat ihren Leitzins bei 0,5 Prozent belassen. Auch der Lombard-Satz bleibt unverändert bei 0,75 Prozent. Die Konjunkturaussichten in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt beurteilt die BOJ aber weiter skeptisch. Nur schrittweise erwarten die Finanzexperten eine Rückkehr zu moderatem Wachstum.

05:56 AUS-Notenbank senkt Leitzinsen
Die Notenbank von Australien hat die Leitzinsen überraschend kräftig um einen Prozentpunkt gesenkt. Der Zinssatz, zu dem sie Banken Geld leiht, liegt jetzt bei sechs Prozent. Die Notenbank hatte die Leitzinsen erst im September nach zwölf aufeinanderfolgenden Erhöhungen um 0,25 Prozentpunkte gekürzt.

05:32 Japans Zentralbank greift ein
Die Bank of Japan hat am Dienstag - am 15. Handelstag in Folge - erneut eine Billion Yen (7,1 Mrd. Euro) in den Geldmarkt gepumpt. Es wird spekuliert, dass es zum Jahresende zu einer Leitzinssenkung kommen könnte. Japans Währungsreserven sind zum Ende September um 851 Mio. auf 995,89 Mrd. Dollar gefallen.

05:11 Australien stürzt mit
An den Börsen in Australien knicken die Kurse ebenfalls ein. Auch die Aktienindices in Südkorea und Neuseeland waren im roten Bereich. In Hongkong wurde wegen eines Feiertags nicht gehandelt.

02:32 Tokios Börse im freien Fall
Nach den schweren Vortagsverlusten an der N.Y. Wall Street stürzte der Nikkei am Dienstag gleich zu Handelsauftakt erstmals seit fünf Jahren unter die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten. Um 9.19 Uhr Ortszeit notierte das Börsenbarometer einen schweren Abschlag von 4,65 Prozent beim Stand von 9.986,47 Punkten.

00:08 Keine EU-Großbank geht pleite
Die Finanzminister der Eurogruppe bekräftigen, dass in der EU kein systemrelevantes Finanzinstitut insolvent wird. Rettungsaktionen werden im Fall des Falles Konkurse abwenden. In Sachen Einlagensicherung, wie sie einige EU-Staaten - auch Österreich - angekündigt haben, wurden am Montag noch keine gemeinsamen Beschlüsse gefasst.




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