27. September 2007 11:14

Lebensmittel-Preise 

Landwirte dürfen mehr Getreide anbauen

Die Getreidepreise explodieren. Deshalb dürfen Europas Landwirte mehr Getreide anbauen.

Landwirte dürfen mehr Getreide anbauen
© APA,dpa

Die Lebensmittel-Kosten für Konsumenten explodieren. Preise für Brot und Backwaren ziehen weiter an. Am Weltmarkt werden für Getreide Spitzenpreise verlangt. Hinzu kommt in Österreich auch noch die flächendeckende Einführung von Bio-Benzin. Rund 4,4% Bioethanol soll dem regulären Benzin beigemengt werden.

EU-Rekordverfahren
Es ist Feuer am Dach. Im Eilverfahren einigten sich nun die EU-Agrarminister auf einen Stilllegungssatz von null für die kommende Ernte 2008. Bisher mussten die Landwirte in der EU 10% ihrer förderbaren Ackerfläche stilllegen. Damit hat das Gesetzgebungsverfahren gerade einmal zwei Wochen gedauert und ist für Brüsseler Verhältnisse rekordverdächtig.

Produktion mobilisieren
Die Aufhebung der obligatorischen Flächenstilllegung könnte in Österreich laut Experten des Agrarressorts etwa 35.000 ha der bisherigen rund 90.000 ha Bracheflächen nun wieder für die Produktion mobilisieren. EU-weit könnten von zurzeit 3,8 Mio. ha stillgelegten Flächen 1,6 bis 2,9 Mio. ha wieder in die Erzeugung genommen werden.

Importzölle aussetzen
Der Vorschlag der Kommission erfüllt auch für Österreich eine wesentliche Forderung, die zur Entspannung der Marktsituation im nächsten Erntejahr beiträgt. Zudem will die EU-Kommission zur Entspannung der Marktlage die Importzölle der EU für Getreide provisorisch aussetzen. Spanien beklagte sich im Rat, es müsse zu hohe Preise für Futtermittelimporte zahlen. Zehn weitere EU-Mitgliedstaaten äußerten ebenfalls ihre Sorge über die angespannte Versorgungslage.

Frankreich skeptisch
Die Kommission möchte die Einfuhrzölle für Mais sowie für Weizen und Gerste mittlerer und niedriger Qualität auf null setzen. Lediglich der französische Agrarminister Michel Barnier hatte Bedenken. Es sei schwierig, einmal gestrichene Einfuhrzölle wieder einzuführen. Barnier möchte dagegen öffentlich finanzierte Reserven in der EU anlegen, um im Notfall etwas gegen die Knappheit tun zu können.




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