23. Juni 2009 15:58

Fond ist Pleite 

Lauda droht Ungemach aus Dubai

Niki Lauda gab seinen Namen für ein Großprojekt her. Dafür erhielt er eine Million Euro. Die Fondsgesellschaft in Dubai ist nun pleite - sie kann den Anlegern ihr Geld nicht ausbezahlen. Jetzt wird geprüft, ob Lauda haftbar gemacht werden kann.

Lauda droht Ungemach aus Dubai
© APA

Die Millionen-Werbung für Wolkenkratzer in Dubai könnten für Niki Lauda, Boris Becker und Michael Schumacher teuer werden. Eine deutsche Anwaltskanzlei prüft derzeit Schadenersatzansprüche gegen die Prominenten, die ihre Namen der Fondsgesellschaft Alternative Capital Invest (ACI) und der ACI Real Estate Invest in Dubai zur Verfügung gestellt und offenbar Millionengagen kassiert haben sollen. Die Staatsanwaltschaft in Dubai ermittelt den Angaben der Kanzlei zufolge wegen Zweckentfremdung von Anlegergeldern, weil ACI den Anlegern ihr Geld nicht mehr zurückzahlen könne.

Anleger warten auf 60 Millionen Euro
Konkret geht es laut Anwalt Thomas Schulte um 60 Mio. Euro, die 6.000 deutsche Anleger bereits im März 2009 von ACI bekommen sollten.

Bereits Ende 2007 haben Prominente wie der österreichische Airline-Unternehmer und frühere Formel-1-Rennfahrer Niki Lauda oder der ehemalige Tennisprofi Boris Becker ihre Namen für Wolkenkratzer-Bauprojekte ("Niki Lauda Twin Towers", "Boris Becker Business Tower") der Fondsgesellschaft ACI in Dubai zur Verfügung gestellt. Becker soll laut der Anwaltskanzlei für die Werbung für die ACI 2 Mio. Euro, Schumacher 5 Mio. Euro und Lauda 1 Mio. Euro erhalten haben.

Schadensersatzansprüche gegen Prominente, die für Fonds werben, sind in der Rechtsprechung laut Schulte keine Neuheit. Grundlegend sei hier das Urteil des Landgerichts Mosbach (Aktenzeichen: 10135/06). Danach haften Prominente und Politiker für entstandene Schäden, wenn sie sich als Zugpferd vor Fondsprojekte spannen ließen, die sie nicht hinreichend geprüft haben.

Volumen: 600 Millionen Euro
Die ACI-Gruppe ist nach eigener Aussage deutscher Marktführer bei Dubai-Fonds. Bisher wurden laut Medienberichten sieben Immobilienfonds mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 600 Mio. Euro aufgelegt. Die Fonds VI. und VII. wurden offiziell auch in Österreich vertrieben, die Vorgängerfonds teilweise auch an betuchte Anleger im Rahmen einer Privatplatzierung. Konzipiert wurden die Beteiligungsmodelle über Genussrechte. Bei relativ kurzen Laufzeiten wurden den Anlegern zweistellige Gewinne pro Jahr in Aussicht gestellt.




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