14. September 2009 14:21

Expansionskurs 

Lauda will von AUA-Deal profitieren

Auch das Aus der Sky-Europe bringt FlyNiki neue Destinationen und mehr Passagiere.

Lauda will von AUA-Deal profitieren
© Reuters

Niki Lauda sieht sich mit seiner Fluglinie Niki als Profiteur vom Konkurs der SkyEurope und den Auflagen der EU für den Lufthansa-AUA-Deal. Seine "Billig-Qualitäts-Airline" habe trotz Wirtschaftskrise im ersten Halbjahr um ein Viertel mehr Passagiere verzeichnet, 20 Prozent mehr Umsatz gemacht und um 30 Prozent mehr Ergebnis, sagte Lauda am Montag in Wien. Für das zweite Halbjahr sei er "eher vorsichtig, weil die "yield" (Einnahmen pro Passagier) zuletzt rückläufig gewesen seien und auch die neue Politik der Lufthansa/AUA noch nicht absehbar sei, so Lauda. Er gehe aber davon aus, dass das Rekordergebnis des Vorjahres von 7,1 Mio. Euro nach Steuern noch übertroffen werde.

Flotte aufstocken
Ab 2010 wird Niki seine Flotte von bisher 12 auf 16 Flieger aufstocken, wobei zwei der neuen Maschinen von Laudas Partner Air Berlin (ca. 24 Prozent) geleast werden. Die beiden anderen würden so wie die übrigen Fluggeräte auf 12 Jahre finanziert. Die Airline habe von vornherein moderates Wachstum geplant, die jüngsten Ereignisse bei AUA und SkyEurope hätten das nun beschleunigt, sagte Lauda.

Profit aus AUA-Deal
Bereits ab November 2009 wird die Airline dreimal täglich von Wien nach Frankfurt fliegen, nachdem die EU Lufthansa und AUA zur Abgabe von Slots auf dieser Strecke gezwungen hat. Die EU-Auflagen sind seiner Ansicht nach "peanuts": "Dies paar Slots werden der Lufthansa nicht weh tun", sagte Lauda. Ab Februar 2010 will Niki täglich Sofia, Bukarest und Belgrad anfliegen, diese seien "langfristige Wachstumsmärkte" und wichtige Destinationen für das Drehkreuz Wien. Ab Sommer sollen dann die Strecken nach Rom und Paris verstärkt werden, außerdem werden die Ferienflüge nach Spanien, Griechenland, in die Türkei und nach Ägypten verstärkt und neu etwa Sardinien angeflogen, das bisher von SkyEurope bedient wurde.

Mehr "Krawattenflieger"
"Natürlich profitieren wir von der Krise", betonte Lauda. Gerade "Krawattenflieger" nach Frankfurt oder Zürich würden zunehmend auf Niki ausweisen, weil "unser Produkt billiger ist, aber mehr bietet" und "vergleichbar der Business Class" sei.

Mehr Mitarbeiter
Im Gesamtjahr 2009 erwartet Lauda 275 Mio. Euro Umsatz und 2,6 Mio. Passagiere. Die Einnahmen pro Passagier sanken nach Angaben der Airline wegen des Preiskampfs der letzten Monate von 110 auf 105 Euro. 2010 sollen mit 3,8 Mio. Passagieren schon 400 Mio. Euro umgesetzt werden und die Zahl der Mitarbeiter soll im kommenden Jahr auf 600 steigen - von derzeit 500.

Zulauf bekommt Lauda derzeit von Tyrolean, wo im Zuge der Integration der AUA in die Lufthansa rund 250 Stellen - vor allem beim fliegenden Personal - abgebaut werden sollen. Rund 20 Piloten hätten sich schon gemeldet, sagte Lauda. Beschäftigt werden sie über die Personalleasing-Firma "Labour Pool", mit einem eigenen Kollektivvertrag, betonte der Ex-Formel 1-Weltmeister.

Russland als Hoffnungsmarkt
Hoffnungen macht sich Lauda auch auf neue Geschäfte in Richtung Russland. Derzeit werde Moskau einmal täglich angeflogen, ein zweites Mal wäre kein Problem, sollte es die entsprechenden Streckenrechte gebe. Ende Oktober stehen weitere Verhandlungen zwischen Österreich und Russland an, bisher sei das ein "ungelöstes Problem".

Kritik an Wiener Flughafen
Schelte gibt es von Lauda für den Flughafen Wien wegen der Bauverzögerungen beim neuen Terminal Skylink. "Wir brauchen einen tollen Flughafen und die beste Qualität", sagte Lauda. Im Mediationsverfahren zur dritten Piste sei mit den Airlines vereinbart worden, einen Euro je Passagier für Lärmschutzmaßnahmen zu verrechnen, was 20 bis 30 Mio. Euro gebracht habe: "Jetzt haben wir weder das Gebäude noch die 3. Piste und es kostet nur", kritisierte er. Niki hat einen Passagieranteil von rund 10 Prozent am Wiener Airport, zusammen mit Air Berlin sind es 16 Prozent.




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