11. Oktober 2007 14:37

Nahrungsindustrie 

Lebensmittel werden noch teurer

Die heimische Nahrungsmittelwirtschaft verzeichnet Rekord-Exporte. Auf die Konsumenten in Österreich warten weitere Preissteigerungen.

Lebensmittel werden noch teurer
© APA

Die Konsumenten in Österreich müssen sich nach Einschätzung der Nahrungsmittelindustrie auf weiter steigende Preise bei Lebensmitteln einstellen. Denn trotz höherer Kosten für Rohstoffe, Energie, Logistik und Verpackung habe sich an der Preisfront für Nahrungsmittel über viele Jahre nichts getan, erklärte der Geschäftsführer des Fachverbandes der Nahrungsmittelindustrie, Michael Blass

Rekord im Export
Die österreichische Land- und Nahrungsmittelwirtschaft hat auch im ersten Halbjahr 2007 beim Export deutlich zugelegt. Nach dem Rekordvolumen von 6,65 Mrd. Euro 2006 habe sich der positive Trend auch in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres mit 3,48 Mrd. Euro Exportumsatz fortgesetzt. Dies entspreche einem Plus von 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Mit einem Anteil von mehr als 60 Prozent sind die Erzeugnisse der Lebensmittelindustrie "Schrittmacher" der heimischen Agrarexporte, betonte Verbands-Geschäftsführer Michael Blass. Das Exportvolumen lag im Jahr 2006 bei 4,1 Mrd. Euro, um 9,9 Prozent mehr als 2005. Davon gingen bereits 1,5 Mrd. Euro in den kompetitivsten Markt, in die EU-Drittstaaten. Insgesamt sind Lebensmittel "made in Austria" auf 160 Exportmärkten zu finden, wobei ein Drittel der Exporte nach Deutschland geht.

Käse und Rindfleisch
Käse bleibt das österreichische agrarische Starprodukt. Deutlich zugelegt haben auch - auf hohem Niveau - Milch und Milchprodukte mit einem Halbjahres-Plus von 8,5 Prozent. In diesem Segment wird doppelt so viel exportiert wie importiert. Besonders erfolgreich ist dabei Rohmilch, fermentierte Milch, Molke (+57 Prozent) und Butter. Der enorme "Milchfluss" aus Polen nach Österreich wurde in den vergangenen Monaten erstmals gestoppt. Rindfleisch steuert auf ein All Time High im Export zu: Österreich exportiert fast 5 Mal so viel Rindfleisch in die EU-15 wie es importiert.

Energy-Drinks und Süßwaren
Bei den Verarbeitungserzeugnissen zählen Energy-Drinks, Limonaden und Eistees, österreichische Süßwaren sowie Feinbackwaren und Spezialitäten aus der Mehlspeisküche zu den Exportkaisern. "Megathema" im Export sei Gesundheit und Ernährung, was den heimischen Exporteuren Orientierung gebe, so Blass. Während die Dollar-Schwäche in der Lebensmittelindustrie noch kaum zu spüren sei, mache die Verteuerung der Rohstoffe teilweise im zwei- bis dreistelligen Prozentbereich der Industrie umso mehr zu schaffen, sagte Blass.




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