26. Juni 2009 09:59

"Katze im Sack" 

Lebensversicherer zahlen zu wenig

Im Durchschnitt erhält der Versicherungsnehmer um 13 Prozent weniger Geld als versprochen - Das zeigt ein Test des VKI.

Lebensversicherer zahlen zu wenig
© APA

„Man kauft die Katze im Sack – und wenn man den Sack auspackt, merkt man, dass die Katze unterernährt ist“, fasst Franz Floss, Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation das Ergebnis eines Lebensversicherungs-Tests zusammen. Die Verträge seien oft intransparent, für die Kunden seien Kosten der Polizzen häufig nicht nachvollziehbar. Folge: Am Ende erhielten die Versicherten deutlich weniger Geld als bei Vertragsabschluss versprochen.

Geringere Auszahlung
Der VKI hat 18 Er- und Ablebensversicherungen sowie reine Erlebensversicherungen getestet. Alle betroffenen Versicherungsunternehmen haben weniger ausbezahlt als ursprünglich angekündigt. Nur in zwei Fällen lag die Differenz um lediglich 1% (s-Versicherung) bzw. 4% (Zürich) unter der Prognose. Bei allen anderen kam zumindest 8% weniger heraus als prognostiziert. Im Schnitt waren es 13% weniger.

Keine Rechtsmittel
Ist der Auszahlungsbetrag geringer als vorhergesagt, sind Rechtsmittel im Grunde nicht möglich. Geworben wird mit 4 bis 4,5%, rechtlich bindend ist aber nur die Garantieverzinsung von derzeit 2,25% – und zwar nur auf den Sparanteil der einbezahlten Prämien (75 bis 85% der Summe). Laut VKI bleibt da nur eine Rendite von 0,3% übrig. Nicht berücksichtigt sind hier Gewinnausschüttungen.

Die Versicherer wehren sich gegen die Kritik und verweisen auf die gesetzlichen Standards, die von allen Lebensversicherungen eingehalten werden.




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