12. September 2008 07:41

Rettung 

US-Regierung hilft Lehman Brothers

Die Investmentbank soll verkauft werden. Bereits am Wochenende sollen die Verträge unter Dach und Fach gebracht werden.

US-Regierung hilft Lehman Brothers
© Reuters

Die US-Regierung hat sich in die Rettung der ums Überleben kämpfenden Investmentbank Lehman Brothers eingeschaltet. Ein Verkauf des Finanzhauses solle bereits zum Wochenende unter Dach und Fach sein, berichtete die "Washington Post". An den Verhandlungen seien das Finanzministerium und die Notenbank Federal Reserve beteiligt.

Verkauf am Wochenende
Das Ministerium und die Fed stünden mit verschiedensten Firmen in Kontakt und prüften eine "Vielfalt von Szenarien" für eine Übernahme der viertgrößten US-Investmentbank durch ein anderes Finanzhaus. Noch seien nicht alle Einzelheiten ausgearbeitet. Die Bekanntgabe des Verkaufs sei aber noch am Wochenende vor Eröffnung der Märkte in Asien am Montagmorgen zu erwarten.

Zwei potentielle Käufer
Bereits zuvor hatten Medien berichtet, dass sich Lehman Brothers selbst zur Übernahme anbiete. Zu den potenziellen Käufern gehörten die Bank of America und die britische Barclays Bank. Die möglichen Interessenten hätten jedoch große Sorge vor weiteren massiven Verlusten bei Lehman Brothers und würden wegen dieser Risiken auf staatliche Unterstützung hoffen. Auch die Deutsche Bank galt als Mitbewerber um den Kauf von Lehman Brothers, das wurde aber bereits dementiert.

Lehman-Aktie abgestürzt
Die Lehman-Aktie stürzte allein seit Wochenbeginn um rund 75 Prozent ab. Dies verschärfte die Probleme der Bank bei der Suche nach Investoren massiv. Seit Jahresbeginn verlor die Wall-Street-Firma über 90 Prozent ihres Börsenwerts. Erst am Mittwoch hatte die Bank einen Rekordverlust für das abgelaufene Quartal bekanntgegeben.

Erinnerungen an Bear Stearns werden wach
Die sich dramatisch zuspitzende Krise bei Lehman Brothers erinnert an das Schicksal des Wettbewerbers Bear Stearns: Die Investmentbank hatte im März wegen ähnlicher Probleme auf Druck der Notenbank Fed ihrem Zwangsverkauf zustimmen müssen. Der Finanzkonzern J.P. zahlte für die Übernahme lediglich einen Schleuderpreis.




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