19. Juli 2009 18:42

AUA-Deal im Finale 

Lufthansa-Chef bei der EU

Lufthansa-Boss Mayrhuber persönlich will den AUA-Deal bei der EU durchbringen. Das formale Okay wird zur Wochenmitte erwartet.

Lufthansa-Chef bei der EU
© AP

Am Montag könnte es den Durchbruch bei den Verhandlungen zwischen EU und Lufthansa um die Übernahme der AUA durch die Deutschen geben. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber persönlich wirft sich in die Bresche und will bei einem Treffen mit EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes die noch verlangten Klarstellungen liefern.

Zugeständnisse bei Slots
Alles deutet darauf hin, dass der Deal in letzter Minute doch durchgeht, berichtet ein EU-Insider. Die Wende hatte sich abgezeichnet, nachdem die Lufthansa der EU am Donnerstag in einem neuen Angebot entgegengekommen war. Die EU will ja, dass die Deutschen Slots (Start- und Landerechte) auf den Strecken Wien–Frankfurt und Wien–Genf abgeben, damit es mehr Wettbewerb gibt. Die Lufthansa hat hier jetzt Zugeständnisse gemacht. Laut EU sind aber noch einige Punkte zu klären – eben dafür will Mayrhuber heute selbst sorgen.

Merkel-Brief an Barroso
In den letzten Tagen hatten sich Regierungsvertreter – allen voran Kanzler Werner Faymann – hinter den Kulissen stark engagiert, um Brüssel von dem Deal zu überzeugen. Auch Deutschlands Kanzlerin Merkel hatte sich in einem Brief an EU-Kommissionspräsidenten Barroso für eine Genehmigung der Übernahme eingesetzt.

Grünes Licht diese Woche
Einigen sich Kroes und Mayrhuber heute, könnte die EU am Dienstag ihr Okay geben und den AUA-Verkauf in der letzten Sitzung vor der Sommerpause am Mittwoch absegnen. Damit wäre die Deadline 31. Juli eingehalten, wenn die Lufthansa theoretisch aus dem Vertrag aussteigen könnte.

Konkurrenz-Befragung. Für Verwirrung hinsichtlich des Zeitplans sorgt allerdings noch, dass die EU erst in der Nacht auf Freitag ein Konvolut von 80 Fragen zur Wettbewerbssituation an AUA-Konkurrenten wie Niki Lauda und Ryanair schickte. Die haben für die Antwort Zeit bis 24. Juli – und würden wohl scharf protestieren, wenn Brüssel vorher entscheidet.




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |
Facebook Kommentare