15. September 2008 16:14

Mit 45 Prozent 

Lufthansa steigt bei SN Brussels ein

Die deutsche Fluglinie steigt vorerst mit 45 Prozent ein. Man behält sich aber vor das belgische Unternehmen komplett zu übernehmen.

Lufthansa steigt bei SN Brussels ein
© EPA

Der Einstieg der Deutschen Lufthansa bei der belgischen Brussels Airlines ist perfekt. Lufthansa übernimmt den kleineren Konkurrenten für bis zu 250 Mio. Euro. Damit dürfte die Einkaufstour der Lufthansa aber noch nicht zu Ende sein. Kreisen zufolge verhandelt die Airline schon seit Mai über den Kauf der skandinavischen SAS. Zudem ist das Unternehmen an einem Einstieg bei Austrian Airlines interessiert und verfolgt auch die Geschicke der angeschlagenen Alitalia mit großem Interesse.

Eigenständige Einheit
Zunächst sichert sich Lufthansa für 65 Millionen Euro 45 Prozent an Brussels Airlines. Ab 2011 sollen die restlichen Anteile folgen. Das Unternehmen soll ähnlich wie die vor drei Jahren übernommene Swiss als eigenständige Einheit im Lufthansa-Konzern agieren und ihren Sitz und die Geschäftsleitung in Brüssel beibehalten. Mit der Airline stärkt Lufthansa ihre Position im Geschäftsreiseverkehr in die EU-Metropole Brüssel und gewinnt Marktanteile auf dem afrikanischen Kontinent.

Gute Zeit für Zukäufe
Die Zeit für Zukäufe scheint derzeit günstig - zumindest für finanzstarke Fluggesellschaften. Viele kleinere Konkurrenten sind durch die hohen Treibstoffpreise und eine schwindende Nachfrage unter Druck geraten und suchen einen starken Partner. Auch Brussels hatte davor gewarnt, dass der zunehmende Wettbewerb und die geringere Reisefreudigkeit der Kunden negative Auswirkungen auf das Ergebnis im laufenden Jahr haben werde. Im Vorjahr verbuchte das Unternehmen mit rund 3000 Beschäftigten einen Umsatz von 921 Millionen Euro. Der Gewinn stieg auf 23,1 von 13,9 Mio. Euro.Brussels zählt jährlich rund 5,8 Millionen Passagiere - das ist knapp ein Zehntel des gesamten Lufthansa-Konzerns.

"Erhebliche Synergien"
Für Lufthansa dürfte sich der Zukauf bald auszahlen. Im Rahmen der Fusion entstünden "erhebliche Synergien", die binnen drei Jahren auf einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag wachsen könnten. Zunächst müssen aber noch die Kartellbehörden, der Lufthansa-Aufsichtsrat sowie das Führungsgremium und die Eigentümer der Brussels-Mutter SN Airholding zustimmen. 30 Prozent der Anteile sind im Besitz der Virgin Group des Milliardärs Richard Branson. Den Rest der Anteile hält ein Konsortium aus großen belgischen Firmen.

Analysten äußerten sich positiv über den Zukauf. "Der strategische Schritt an das Drehkreuz Brüssel ... und der Zugang zu weiteren Strecken in Afrika sind vielversprechend", schrieb Unicredit-Analyst Uwe Weinreich. Dies sei ein weiterer Schritt in der Konsolidierung der europäischen Branche, weitere Übernahmen und Fusionen seien in den kommenden Wochen zu erwarten.




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